Ein Land sperrt langsam wieder auf

Vorarlberg / 09.03.2021 • 22:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Café-Restaurant s‘Leutbühel in Bregenz bereitet Klara schon alles für die Wiederöffnung vor. VN/Paulitsch
Im Café-Restaurant s‘Leutbühel in Bregenz bereitet Klara schon alles für die Wiederöffnung vor. VN/Paulitsch

Mit Tests, Abstand und Maske ins Restaurant.

Bregenz „Vorarlberg isst frei!“ So fasst Verfassungsjurist Peter Bußjäger zusammen, was die Landesregierung am Dienstagabend nach Verhandlungen mit der Bundesregierung vorgestellt hat. Die Gastronomie darf am 15. März drinnen und draußen öffnen, Veranstaltungen bis 100 Personen sind erlaubt, ebenso mehr Sport- und Kulturangebot für Kinder und Jugendliche. Voraussetzung ist viel Testen, viel Registrieren und um 20 Uhr zu Hause sein.

Die Ausgangslage

Die Zahlen der Neuinfektionen entwickeln sich in Vorarlberg besser als in den anderen Bundesländern. Seit Mitte Februar sind es konstant unter 80 neu registrierten Fällen pro 100.000 Einwohnern und Woche. Derzeit liegt der Wert bei 73. Während die Zahlen im Osten Österreichs steigen, geht Vorarlberg als Lockerungsmodell voran. „Es ist ein Test. Wir können eine Vorbildwirkung für die anderen übernehmen“, argumentiert Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Das Gesundheitsministerium wird den Versuch wissenschaftlich begleiten.

Gastro mit Test und Registrierung

Am 15. März dürfen die Vorarlberger Wirte sowohl drinnen als auch draußen öffnen. Wer zu ihnen kommt, muss aber getestet sein. Ein Selbsttest zu Hause gilt nicht. Es muss ein Test einer Teststraße sein, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Teststraßen bieten jedoch auch Selbsttests an. Wirte müssen die negativen Befunde kontrollieren und ihre Gäste registrieren. Pro Tisch dürfen bis zu vier Personen sitzen, außer sie zählen zum gleichen Haushalt. Zwischen den Tischen ist ein Abstand von zwei Metern vorgeschrieben. Sperrstunde ist um 20 Uhr. 

100 Personen pro Veranstaltung

Die Ausgangsbeschränkungen werden nicht angetastet. Sie sind nur mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen erlaubt. Der Raum darf zu maximal 50 Prozent besetzt sein, nicht mehr als 100 Personen sind bei einer Veranstaltung erlaubt. Zwischen den Gästen muss immer ein Sitzplatz frei sein, außer sie kommen aus dem selben Haushalt. Alle Gäste müssen eine FFP2-Maske tragen, sich registrieren und ein negatives Testergebnis vorweisen. Die Maske darf nur abgenommen werden, wenn sie an der Tätigkeit hindert, zum Beispiel beim Blasmusik spielen. Auch Selbsttest über die digitale Landesplattform ist möglich. Er darf nicht älter als 24 Stunden sein. Selbsthilfegruppen dürfen sich außerdem wieder treffen. Private Veranstaltungen wie Hochzeiten sind bei den neuen Regeln nicht mitgemeint.

Freiheit für Kinder und Jugendliche

Der Einsatz von Selbsttests ist auch für Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen vorgesehen. Sie dürfen sich wieder in größeren Gruppen zu Sport-, Kultur- und außerschulischen Angeboten treffen. Indoor sind maximal zehn Kinder und Jugendliche mit negativem Coronatest erlaubt. Bei außerschulischen Aktivitäten außer Sport gilt Maskenpflicht. Sechs- bis 14-Jährige müssen einen Mund-Nasenschutz tragen und Über-14-Jährige eine FFP2-Maske. Ausgenommen sind Tätigkeiten, bei denen es nicht möglich ist, wie bei einer Chorprobe. Sport ist nur ohne Körperkontakt erlaubt. Outdoor dürfen maximal 20 Teilnehmer dabei sein. Sie brauchen keine Tests. Aktivitäten und Teilnehmer müssen erfasst werden. VN-ebi, mip, rau, sca

„Es ist ein Test. Wir können eine Vorbildwirkung für die anderen übernehmen.“

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