Harter Kampf um 20-Uhr-Sperrstunde

Vorarlberg / 12.03.2021 • 05:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Harter Kampf um 20-Uhr-Sperrstunde
Ab Montag können die Stühle wieder runter vom Tisch. VN/PAULITSCH

Keine Sperrstunde, aber Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr bleibt.

Bregenz, Wien Ein Entwurf ist ein Entwurf. Er kann sich ändern. Am Donnerstagnachmittag sorgte ein Entwurf zur Vorarlberger Öffnungs-Testregion für Aufregung. In einer an die Nationalratsparteien übermittelten Fassung war zu lesen: “Das Betreten und Befahren der Betriebsstätte des Gastgewerbes ist nur zwischen 6 Uhr und 19 Uhr zulässig.” Auf gut Deutsch: Sperrstunde 19 Uhr. Wenige Stunden später die Kehrtwende. “Das stimmt nicht. Es bleibt dabei, was von Anfang an ausgemacht war. Um 20 Uhr müssen die Gäste zu Hause sein, die Sperrstunde fällt weg”, erklärt Landesrat Christian Gantner auf Anfrage. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigt den VN am Abend: Nach Gesprächen am Nachmittag sei der 19-Uhr-Passus wieder gestrichen worden. Für die Sperrstundenregelung sei das Bundesland selbst verantwortlich.

Damit bleibt alles wie es ist. Ab Montag können Vorarlberger ein Wirtshaus, eine Kultureinrichtung und andere Veranstaltungen besuchen. In der Gastronomie gilt Maskenpflicht bis zum Platz, während dem Essen und Trinken am Tisch natürlich nicht. Für den Restaurantbesuch wird ein Test aus einer Teststraße benötigt. Ein PCR-Test gilt 72 Stunden, ein Antigen-Test (ob selbst oder durch medizinisches Personal) 48 Stunden. Die Landesregierung stampft deshalb Teststraßen aus dem Boden, wie Gantner erläutert. Das Bundesheer wird an sechs Orten mit je zehn Mann stationiert: in Bregenz, Lauterach, Hohenems, Götzis, Frastanz und Ludesch. “Zusätzlich haben die Gemeinden Unterstützung zugesagt. Sie versuchen vielerorts ebenfalls solche Stationen zu eröffnen”, fährt der Landesrat fort.

Testpflicht bei Kontakt

Bis heute Mittag müssen die Kommunen melden, ob sie es schaffen. Dann werden die Stationen ins Anmeldesystem aufgenommen, damit ab Montag jeder zu seinem Teststraßentest kommt. Für Besucher von Veranstaltungen sowie für Kinder und Jugendliche, die an einer außerschulischen Aktivität teilnehmen, reicht ein digital registrierter Selbsttest, den es in den Gemeindeämtern zu holen gibt. Er gilt 24 Stunden. Alle mit direktem Kundenkontakt müssen sich im Sieben-Tages-Abstand testen lassen. Das gilt auch für Kellner und Trainer. Während im Jugendsport die Abstandsregel von zwei Metern kurzfristig unterschritten werden darf, kann sie im Jugendarbeitsbereich entfallen, sollte ein Präventionskonzept das erlauben.

Soldaten begannen am Donnerstag damit, Selbsttests an die Gemeinden auszuliefern. Jeder Vorarlberger kann zwei Tests pro Woche im Gemeindeamt abholen. <span class="copyright">ÖBH/Koppitz</span>
Soldaten begannen am Donnerstag damit, Selbsttests an die Gemeinden auszuliefern. Jeder Vorarlberger kann zwei Tests pro Woche im Gemeindeamt abholen. ÖBH/Koppitz

Die Einhaltung der Regeln, Maßnahmen und Sicherheitskonzepte werde strengt kontrolliert, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. “Dabei geht es auch darum, wie die Selbsttests gehandhabt werden”, erklärt ein Ressortsprecher. Außerdem werden das Contact-Tracing und das Infektionsgeschehen genau überwacht.

Am Donnerstagabend erhielten auch die Nationalratsparteien den neuen Entwurf, in dem die Sperrstunde gestrichen wurde. Heute werden die Parteien die neue Verordnung im Hauptausschuss des Nationalrats absegnen. VN-mip, rau, ebi

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.