Nasenbohren wird gesellschaftsfähig

Vorarlberg / 12.03.2021 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nasenbohren wird gesellschaftsfähig
Die VN-Redakteure Tanja Schwendinger und Michael Prock haben sich selbst auf Corona getestet.  VN/STEURER

Keine Freizeit ohne Test: Der Corona-Selbsttest wird zum Ritual.

Bregenz Wie das Zähne putzen könnte auch der Selbsttest zum Morgenritual werden, blickt Landesrat Christian Gantner in die Zukunft. Wer Freizeitaktivitäten besuchen möchte, muss einen negativen Corona-Selbsttest vorweisen. Zwei Tests der Firma Alpstar wurden vom Land bestellt. Sowohl die Variante Joysbio als auch die Variante Joinstar sind Nasenabstriche, auf Spucktests wird verzichtet. Angst vor dem Test muss man nicht haben. Die Handhabe ist kinderleicht, wie ein VN-Selbstversuch zeigt.

Jetzt habe ich den Dreh raus

Der Corona-Selbsttest ist im Handumdrehen gemacht. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Der Corona-Selbsttest ist im Handumdrehen gemacht. VN/Steurer

Tanja Schwendinger „Heute haben wir leider keine Tests mehr zur Verfügung.“ Damit habe ich beim Betreten der inzwischen dritten Apotheke schon gerechnet. Beim vierten Versuch hat sich das Schlangestehen gelohnt. „Einige wenige Tests sind noch da“, sagt der Apotheker und greift in eine fast leere Kiste. Gut, dass es ab Montag auch Tests in allen Gemeindeämtern gibt. Zuhause angekommen, mache ich mich an den Inhalt: Röhrchen, Lösung, Röhrchenspitze, Stäbchen, Testkarte, Infoblatt und eine zweiseitige (!) Anleitung. Schnelltest? Wohl eher eine Nachmittagsbeschäftigung. Erstmal studiere ich die Anleitung. Klingt kompliziert, geht aber fix. Lösung in das Röhrchen, Stäbchen rein in die Nase. Fünf Mal rollen. Selbe Prozedur beim zweiten Nasenloch. Kitzelt ganz schön, ist aber angenehmer, als ein Test in der Teststraße. Stäbchen in die Flüssigkeit, fünf Mal drehen. Spitze drauf. Wie auch bildlich erklärt, gebe ich drei Tropfen auf den Test und warte. Nach 15 Minuten erinnert mit das Piepsen meines Timers daran, das Ergebnis abzulesen. Ein roter Strich. Negativ. Zum Glück! Beim nächsten Mal wird der Schnelltest seinem Namen auch gerecht werden. Jetzt habe ich ja den Dreh raus.

Kompliziert zu lesen, aber sonst einfach

Fünfmal links, fünfmal rechts. Es kitzelt, mehr aber nicht. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Fünfmal links, fünfmal rechts. Es kitzelt, mehr aber nicht. VN/Steurer

Michael Prock Probiere ich eine Oropharyngealabstrichprobe? Oder eine Nasopharyngealabstrichprobe? Da ich keine Ahnung habe, was das bedeutet, nehme ich erleichtert den Zusatz “optional” zur Kenntnis. Empfohlen wird in der zweiseitigen Anleitungen zu den Coronaselbsttests die Nasentupferprobe – Nasenbohrertest genannt. Die Erklärung ist einfach: 2,5 Zentimeter muss das Tupfer zuerst in das eine, dann in das andere Nasenloch. Jeweils fünfmal entlang der Schleimhaut drehen, und wieder raus. Aber Moment. Wie lange sind 2,5 Zentimeter? Ein Griff zum Maßband offenbart: etwas länger als der Wattebausch am vorderen Ende des Stäbchens. Laut Anleitung wichtig: “Lassen Sie die Testgeräte und die Extraktionslösung auf 15 bis 30 Grad Celsius äquilibrieren.” Ich äquilibriere zwar nicht (was bedeutet das?), aber die Raumtemperatur stimmt. Der Rest ist einfach. Entwicklerlösung aus der Plastikdose in den Plastikkolben drücken, Nasenabstrich darin mehrmals umrühren und abstreifen, Deckel drauf, drei Tropfen auf den Test und warten. 15 Minuten später: negativ. Alles keine Hexerei. Bis auf den Schluss: “Entsorgen Sie den gebrauchten Tupfer als Biogefährdungsabfall.”

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