So viele positive Tests sind es wirklich

Vorarlberg / 22.03.2021 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So viele positive Tests sind es wirklich
Die Trefferquote pro Test unterscheidet sich. Das liegt nicht nur am Test, sondern auch am Anteil der tatsächlich Positiven unter den Getesteten. VN/PAULITSCH

Besonders in Schulen ist die Trefferquote der Coronatests gering.

Schwarzach Testen, testen, testen, lautet die Zauberformel, die Alltag und Pandemie unter einen Hut bringen soll. Im Schulalltag gehört der Coronatest schon länger dazu. 78.105 Tests wurden in der vergangenen Woche von Schülern und Lehrern durchgeführt. Nur sieben waren positiv; also 0,009 Prozent. Die Chance, dass sich darunter falsch positive Ergebnisse finden, ist groß. Nur jeder dritte positive Selbsttest an den Schulen wird beim PCR-Test bestätigt, erklärt die Landesregierung auf VN-Anfrage.

Seit Mitte Februar schlugen 91 Selbsttests an den Schulen positiv an. 32 wurden per PCR-Test bestätigt, das sind 35 Prozent, 48 stellten sich als falsch positiv heraus. In diesem Zeitraum wurden private Selbsttests und von Organisationen ebenfalls ausgewertet. Von 103 positiven Fällen stellten sich 61 als tatsächlich positiv heraus, also 59 Prozent. 48 waren beim PCR-Test negativ. Wesentlich besser ist die Quote in den Teststraßen. Seit Dezember wurden 803 Menschen in Vorarlberg positiv getestet – darunter befinden sich auch 27 positive Selbsttests in der vergangenen Woche. 606 waren tatsächlich positiv, was 75 Prozent aller Tests entspricht.

Der Vergleich der Zahlen ist nur bedingt aussagekräftig. Wichtig sei die Vortestwahrscheinlichkeit. Das ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person vor dem Test infiziert ist. Je geringer der Anteil, desto höher die Quote falsch positiver Tests. Im Dezember war die Zahl der Infizierten in Vorarlberg höher, weshalb die Quote der falsch Positiven geringer war, obwohl dieselben Tests verwendet werden. Das große Problem seien aber nicht die falsch positiven Tests, sondern die falsch negativen. “Wir hoffen, dass wir durch das viele Testen und mit den sehr guten Tests am Ende doch noch alle finden”, sagt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Bei den Schulen ist das Land aktiv geworden. “Wir haben beim Gesundheitsministerium angemerkt, dass man die Testart überdenken soll. Wir vermuten, dass es eher an der Testqualität liegt als an der Testabnahme.” Die ganze Klasse wird erst dann genauer getestet, wenn das PCR-Ergebnis eines Mitschülers positiv ist.

Trefferquote

75 Prozent (606) von 803 positiven Tests in Teststraßen wurden mit dem PCR-Test bestätigt. 146 waren negativ, bei 26 steht das Ergebnis noch aus.

 

59 Prozent (61) von 103 positiven Tests von Privaten und Organisationen wurden bestätigt. 28 waren negativ, bei 15 steht das Ergebnis noch aus.

 

35 Prozent (32) von 91 positiven Selbsttests an Schulen wurden mit dem PCR-Test bestätigt. 48 waren negativ, bei 11 steht das Ergebnis noch aus.

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