HLW- und Tourismusschüler bangen um Praktika

Vorarlberg / 23.03.2021 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
HLW- und Tourismusschüler bangen um Praktika
Die Schülerinnen und Schüler von Tourismusschulen brauchen praktische Erfahrung. Die sammeln sie auch im Ausland. VN/HARTINGER

Auf Zeitfaktor, Sommer und Impfung ruhen die Hoffnungen, dass sie doch noch in Betriebe können.

Bezau, Bregenz Schüler von Tourismusschulen und höheren Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe brauchen im Laufe ihrer Ausbildung vor allem eines: Praxis in jenen Tätigkeiten, die sie später einmal auszuüben gedenken. Diese sammeln sie einerseits im Rahmen von Praxiseinheiten an der Schule, andererseits in Betrieben im In- und Ausland.

Viele Stunden weg

“Ich habe Glück gehabt”, freut sich Raphaela Robosch (17) aus Andelsbuch in diesen Krisenzeiten. “Ich sollte auch heuer wieder in Italien meinen Praxisteil in jenem Drei-Sterne-Hotel auf Capreia absolvieren können, wo ich letztes Jahr war. Eine Zusage habe ich schon erhalten.” Freilich weiß die Viertklässlerin nicht, ob ihr Corona nicht doch einen Strich durch die Rechnung macht. In der Schule mussten sie und ihre KollegInnen jedenfalls auf viel wertvolle Praxiseinheiten verzichten. “Da brauchen wir jetzt viel Flexibilität und Kompromissbereitschaft mit den Lehrern”, weiß die Schülerin.

Joanna Hüttl beklagt die vielen ausgefallenen Praxisstunden.<span class="copyright"> Hüttl</span>
Joanna Hüttl beklagt die vielen ausgefallenen Praxisstunden. Hüttl

Joanna Hüttl (16), die in Bregenz die HLW Marienberg besucht, teilt ein ähnliches Schicksal. “Lockdown und Schichtbetrieb haben uns um viele wichtige Praxiseinheiten an der Schule gebracht. Auch jetzt sind unsere Stunden sehr durch den Schichtbetrieb beschränkt”, erzählt die Hörbranzerin. Die eine Woche können sie in der Schule kochen, die andere Woche müssen sie das zu Hause. Immerhin hat auch Joanna ihren Praktikumsplatz im Ausland. Vorbehaltlich der Infektionsentwicklung wird sie von Juni bis September in Den Haag zusammen mit ihrer Freundin in einem Viersternehotel arbeiten.

Raphaela Robosch hätte in Italien eine Praktikumsstelle. Sie hofft, dass Corona ihr keinen Strich durch die Rechnung macht. <span class="copyright">Robosch</span>
Raphaela Robosch hätte in Italien eine Praktikumsstelle. Sie hofft, dass Corona ihr keinen Strich durch die Rechnung macht. Robosch

Optimismus

Optimismus versprüht in diesen Zeiten der Direktor der Wirtschaftsschulen Bezau, Mario Hammerer (51). “Die Tourismusbranche ist ausgehungert, die Nachfrage nach PraktikantInnen gerade im In-und Ausland durchaus da. Ich erlebe Lehrer und Schüler sehr zuversichtlich.” An der Schule könne man die Praxis-Vorprüfungen unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Ein Praktikum zu ersetzen sei jedoch unmöglich. Hammerer ist überzeugt: “Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Jetzt sollte nur kein weiterer Lockdown mehr kommen.”

Schweres Jahr

Von einem schweren vergangenen Jahr spricht HLW Marienberg-Direktor Erwin Simma (46). “Die Praktika mussten um einen Monat verkürzt werden und durch die Umstände waren wir zu vielen Improvisationen gezwungen.” Simma hofft, dass seine nächstjährigen Viertklässlerinnen alle wie geplant Erfahrungen im Ausland sammeln können. 55 der 64 Schülerinnen sind dafür vorgesehen.” Er wünscht sich überdies, dass bis im Sommer diese Praktikatinnen eine Impfung erhalten. “Sie haben das Alter, und sie würden es brauchen.”

Froh über Selbsttests

In der HLW Rankweil ist Ulrike Xander (54) froh über die Selbsttests. “Sie ermöglichen uns einen halbwegs sicheren Praxisunterricht in der Schulküche. Diese war bis auf drei Wochen immer offen.” Ansonsten ist auch für sie der Sommer mit großen Hoffnungen verknüpft. “Nahezu alle unserer Viertklässlerinnen sind während dieser Zeit für ein Praktikum im Ausland angemeldet.”

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