Von Vielfliegerei, Ehrgeiz und anpackenden Landesräten

Vorarlberg / 26.03.2021 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Grüne Nationalrätin Nina Tomaselli benutzt offenbar mit Vorliebe das Flugzeug für Reisen als Politikerin.VN
Grüne Nationalrätin Nina Tomaselli benutzt offenbar mit Vorliebe das Flugzeug für Reisen als Politikerin.VN

FLUGMEILEN In Zeiten, in denen Klimaschutz großgeschrieben wird, hängen sich manche vor allem Politiker gerne ein grünes Mäntelchen um. Und zeigen mit Vorliebe mit dem Finger auf jene Kollegen, die wenig im Zug und dafür mehr im Flieger sitzen. Jüngstes Beispiel dafür lieferte Umweltlandesrat Johannes Rauch (61, Grüne). Rauch stellte in sozialen Medien 24 im Vorjahr getätigte Flüge von Staatssekretär Magnus Brunner (48, VP) an den Pranger, die meisten zwischen Vorarlberg und Wien. Die Fakten dafür hatte Rauch aus einer Anfragebeantwortung von Parteifreundin und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (43, Grüne). Die Anfrage hatte der steierische Nationalrat Walter Rauch (43, FP) gemeinsam mit weiteren Nationalräten eingebracht. Dabei vergaß Rauch offenbar tunlichst darauf, einen Blick auf Flüge von Politikern in den eigenen Reihen zu werfen: die Feldkircher Nationalrätin Nina Tomaselli (35, Grüne) hat nämlich im Vergleichszeitraum offenbar gleich 33 Mal im Flugzeug Platz genommen. Der Dornbirner Reinhard E. Bösch (64, FP), Tomasellis Kollege im Hohen Haus, bestieg im gleichen Zeitraum hingegen „nur“ 21 Mal den Flieger.

Parteikarriere Bis zum Landesparteitag der Sozialdemokraten dürften zwar noch ein paar Monate ins Land ziehen. Dennoch bringen sich bei den Genossen mit Parteichef und Bürgermeister Martin Staudinger (41, SP) Personen bereits in Stellung. Zu ihnen zählt offenbar auch der derzeitige Klubchef Thomas Hopfner (55, SP). Dem so gut wie karenzierten Chef der Polizeischule Feldkirch werden jedenfalls in den Reihen der Roten Ambitionen für die Spitzenkanditatur bei der nächsten Landtagswahl nachgesagt. „Hopfner wird Staudinger zwar den Parteivorsitz überlassen, will aber sonst an der Spitze stehen“, erzählen namhafte Genossen. Hopfner wird zwar viel Fleiß attestiert, gleichzeitig wird sein oftmals vorpreschendes Lob für Maßnahmen der Landesregierung von manchen kritisch beäugt. Auch die von Staudinger inzwischen wieder revidierte Ankündigung, wonach er definitiv den Parteivorsitz abgeben werde, sollte er zum Harder Gemeindechef gewählt werden, stößt weiterhin auf Kritik.

Einsatz Als landwirtschaftlicher Facharbeiter und gelernter Tischler weiß Sicherheitslandesrat Christian Gantner (40, VP) anzupacken. Das stellte er unter Beweis, als es galt, im Leiblachtalsaal in Hörbranz wegen steigender Infektionszahlen eine Teststation aus dem Boden zu stampfen. Noch am Dienstagabend hatte sich Gantner auf den Weg in die Leiblachtalgemeinde gemacht und bis spät in die Nacht gemeinsam mit dem Hörbranzer Gemeindeoberhaupt Andreas Kresser (35, VP) und weiteren Gemeindemitarbeitern geholfen, vierzehn Kojen aufzubauen und damit den Worten auch handfeste Taten folgen lassen.