Regenbogenfahne kehrt per Post nach Hohenems zurück

Vorarlberg / 31.03.2021 • 18:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Täter sieht in der Regenbogenfahne der Stadt primitiven Aktionismus und kritisiert pädophile Homosexuelle innerhalb der Kirchenstrukturen. <span class="copyright">Stadt Hohenems</span>
Der Täter sieht in der Regenbogenfahne der Stadt primitiven Aktionismus und kritisiert pädophile Homosexuelle innerhalb der Kirchenstrukturen. Stadt Hohenems

Der Täter schnitt die städtische Fahne als Zeichen seiner Ablehung von Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche ab.

Hohenems Die Grafenstadt bezog vergangene Woche rund um die Debatte, ob gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden sollen, ebenfalls Stellung. “Hohenems ist eine Stadt vielfältigster, reicher Kulturen und Lebensstile. Gemeinsam mit den anderen Städten und Kirchen des Landes hissen daher auch wir sehr gerne mit der Fahne ein klares Signal für Toleranz und Vielfalt in unserer Stadt. Zusammenleben kann nur gelingen, wenn wir mit Respekt und Empathie aufeinander zugehen!“, erklärte Bürgermeister Egger am vergangenen Donnerstag. Bereits am Freitag war die Fahne wieder verschwunden.

Eine Woche später hatte die Stadt die Fahne wieder, wie auch 20 Euro als Ersatz für das durchschnittene Befestigungsseil. Der offensichtlich jugendliche Täter erklärte seine Tat in einem Begleitschreiben. So will er seinen Vandalismusakt gegen die städtische Fahne als Protest gegen pädophile Übergriffe innerhalb der Kirche verstanden wissen und nicht als grundsätzlich homophobe Haltung. Die Eltern haben den Täter jedoch überzeugt, dass man so dennoch nicht auf “primitiven Aktionismus” der Politik reagieren dürfe. Bürgermeister Egger freut sich in den sozialen Medien, dass der Täter die Fahne zurückgesendet hat und sieht darin eine Geste, die Respekt verdient.