Anzeigen gegen mehrere Wirte

Vorarlberg / 01.04.2021 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Selbstbedienung verboten: Simma lässt seine Rossstelle vorerst geschlossen.
Selbstbedienung verboten: Simma lässt seine Rossstelle vorerst geschlossen.

Erste Bilanz in der Modellregion: Zu kleiner Abstand, Selbstbedienung, keine Tests.

Schwarzach Diethelm Simma ist überzeugt, dass er sich an alle Coronaauflagen gehalten hat. Nur eine befolgte der Wirt des Alphofs Rossstelle nicht: Er hat Selbstbedienung zugelassen, was laut Verordnung verboten ist. Sein Lokal in Mellau musste schließen. Am elften Tag nach dem Start in die Vorarlberger Modellregion sperrte Simma – nach eigener Erzählung – um 12.45 Uhr mit folgender Durchsage zu: „Es begrüßen Sie von Amtswegen geschlossene Türen.“

35 Übertretungen

Der Wirt ist einer unter wenigen, die sich nicht an die Regeln gehalten haben. Die Bezirkshauptmannschaften stellten seit den Lockerungen 35 Übertretungen bei den Lokalbesitzern fest. „Die häufigsten Verstöße betrafen die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstandes von zwei Metern zwischen den Verabreichungsplätzen, die Zulassung der Selbstbedienung, die Nichtvorlage eines negativen Testergebnisses sowie die Überschreitung der höchstzulässigen Zahl von Personen bei den Tischen“, berichtet der Feldkircher Bezirkshauptmann Herbert Burtscher. In 20 Fällen sei es zu einer Ermahnung der Wirte gekommen. Auch bei den Gästen drückten die Behörden hin und wieder ein Auge zu. „Die Zahl der Anzeigen liegt unter 20“, sagt Burtscher. Er erklärt, dass die Situation direkt vor Ort häufig verbessert werden konnte. Abmahnungen hätten in diesen Fällen gereicht. Insgesamt führten die Bezirkshauptmannschaften 3950 Gastro-Kontrollen in ganz Vorarlberg durch.

130 Anzeigen, 38 Organmandate

Nicht nur in der Gastro wird gestraft. Seit dem 15. März kam es zu 130 Anzeigen wegen Übertretungen nach dem Covid19-Maßnahmengesetz und Epidemiegesetz. Diese umfassen laut Burtscher auch Kontrollen in den Bereichen Sport, Kultur, Veranstaltungen, bei Geschäften oder bezüglich der Ausgangsbeschränkungen. Organmandate zählt der Bezirkshauptmann 38. „Diese betreffen in erster Linie Verstöße gegen die Maskenpflicht oder Abstandsregeln.“

Service oder Abholung

Diethelm Simma liegt noch keine Anzeige vor. Seine vier Mitarbeiter seien seit 1. April wieder arbeitslos. Die Behörden hätten ihn vor eine Wahl gestellt, die keine Wahl sei: Service oder Take away. Er könne aber weder Tischservice anbieten, da die Wege in seinem Lokal zu groß seien, noch sei Take Away eine Option für ihn. „Das ist überhaupt ein Witz. Die Gäste dürften ungetestet in mein Lokal kommen, um Essen abzuholen, sich danach aber nicht an einen Tisch bei mir sitzen. Ich müsste sie mindestens 50 Meter entfernt von meinem Lokal in den Schnee schicken.“ Da lasse er die Rossstelle lieber geschlossen. Allen Optimismus hat Simma aber nicht verloren. Am 23. Mai will er wieder öffnen. VN-ebi