Eine Welt der digitalen Farben und Formen

Vorarlberg / 01.04.2021 • 16:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3
Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3

Der Maler und Bildhauer Werner „Marxx“ Bosch über Materialkenntnis und LSD-Farbräusche.

Scharzwach Die VN-Heimat präsentiert Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Bregenz und ihre Arbeit. „Mein Werkzeug ist der Computer. Ich habe immer einen Weg gesucht, wie ich Malerei weiterentwickeln und verändern kann. Ich kann am Computer Sachen machen, die ein Pinsel nicht fertig bringt“, erklärt Künstler Werner Bösch. Das Material wird digital. Es geht nur um Farben, Formen und Strukturen. Mit dem Computer kommt bei Bosch eine neue Ästhetik zustande. „Es ist für mich eine Entdeckungsreise. Ich will Bilder malen, die völlig unbesetzt sind. Mir geht es um den Sehprozess und darum, was es für neue Konstellationen gibt“, beschreibt der Künstler seine Tätigkeit.

Aus Abfall wurde Kunst

Der in Lustenau geborene Künstler studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien Malerei und Grafik. „Mich hat immer das Räumliche interessiert. Ich habe Holz aus dem Abfall auf der Angewandten Universität herausgeholt. Den Abfall der entstehenden Skulpturen von Studenten habe ich weiterverwendet“, so Bosch. Der Künstler hat sich lange Zeit mit Druckgrafik beschäftigt, hat Siebdrucke, Lithografien und Radierungen gemacht. „Wenn ich etwas gestalte, muss ich das Material kennen. Das Material diktiert uns die Form. Wir müssen damit experimentieren und in dieses Material hineinhorchen. Das ist eine künstlerische Aussage“, erläutert der Maler.

Entmachtung des Kunstwerks

Seit etlichen Jahren beschäftigt sich der Künstler mit der Entmachtung des Kunstwerks, wie dies durch die Digitalisierung möglich ist. Er hat sich mit der Fraktalkunst auseinandergesetzt, mit deren Hilfe er fulminante Farbkompositionen erzeugt. „Sie wecken Assoziationen an LSD-Farbräusche und erwecken die Vorstellung einer Entführung in eine schöne neue Welt“, beschreibt der Künstler. Die Fraktalkunst ist eine relativ weit verbreitete Unterform der digitalen Kunst und beschäftigt sich mit der Erschaffung von digitalen Bildern. Als eigenständige Kunstform ist die Fraktalkunst selbst unter den Künstlern umstritten, da einige argumentieren, man bilde lediglich Teile einer mathematisch-geometrischen Form als Kunstwerk ab, was nicht die eigenständige Schöpfungshöhe erreicht. Es gibt diverse Programme, die zum Erschaffen von Fraktalkunst verwendet werden.

Expeditionen ins Reich der Farben

„Marxx“ Bosch wählt seine abstrakten Fraktale mit leidenschaftlicher Sorgfalt aus und entwickelt diese künstlerisch weiter. Die Fraktal-Programme sind ihm dabei nur Hilfsmittel, um seine Expeditionen ins Reich der Farben und Formen in immer neuen Variationen austesten zu können. Seine Kunstwerke sind in gewissem Sinne Überführungen von natürlichen und gesellschaftlichen Phänomenen in die digitale Welt von Formen und Farben. Bosch übersetzt Formen der Natur und Welt in digitale Malerei. Yas

Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3
Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3
Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3
Werner „Marxx“ Bosch gründete und leitet die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstraße. YAS/3