Mit Gemüse gemeinsam statt einsam

Vorarlberg / 05.04.2021 • 16:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Grundstück mit Wasseranschluss und Gartenhäuschen ist optimal für einen Gemeinschaftsgarten.Egle
Das Grundstück mit Wasseranschluss und Gartenhäuschen ist optimal für einen Gemeinschaftsgarten.Egle

Marktgemeinde Götzis startet Gemeinschaftsgartenprojekt.

Götzis Was vor wenigen Jahrzehnten noch als selbstverständlich galt, ja sogar die absolute Ernährungsgrundlage für die allermeisten Familien darstellte, ist heute platzbedingt zu so etwas wie einem Luxusgut geworden: der eigene Gemüsegarten. Eine Eigentums- bzw. Mietwohnung bietet zwar genug Platz zum Leben, aber nur sehr selten die Chance zum Gemüseanbau – und wenn, dann nur in sehr kleinem Rahmen. Die Nachfrage an Schrebergärten übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. Daher stellen vielerorts nun gemeinschaftlich betriebene Gärten eine Alternative dar, bei der sich Menschen gegen einen kleinen finanziellen Beitrag die Möglichkeit bietet, eigenes Gemüse und Feldfrüchte auch in einem etwas größeren Rahmen anzubauen.

900 Quadratmeter Fläche

Die Marktgemeinde Götzis hat diese Idee aufgegriffen und stellt nun ein rund 900 Quadratmeter großes, mehreres Jahre verfügbares Grundstück inklusive Gartenhäuschen und Wasseranschluss gegenüber der Volksschule Blattur zur Verfügung. Dazu lud man interessierte Gartenfreunde zu einer ersten Kennenlernrunde in die Kulturbühne Ambach. In dieser Runde wurde die Grundidee des Projekts von den Initiatoren Martin Herburger und Andreas Hotz seitens der Gemeinde sowie von Landschaftsplanerin und Gartenexpertin Simone König und Christoph Weissenbach vom OGV Götzis ebenso erklärt wie die Rahmenbedingungen, die Kosten und der zeitliche Ablauf.

Gemeinschaft im Fokus

Das Projekt ist nahezu ganzjährig ausgelegt, es wird also Sommer- wie Herbstgemüse angebaut werden, nur im Winter gönnt man dem Garten eine kurze Pause. Die Kostenbeteiligung bewegt sich für alle Teilnehmer im sehr niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. Über allem Weiteren steht der Überbegriff „Gemeinschaft“. Bei einem ersten Workshop wird ein Anbauplan erstellt, in der Folge dann das Gemüse gemeinsam angebaut, gepflegt, gegossen und letztlich auch geerntet. Parallel dazu wird es im Sommer bzw. Herbst einen weiteren Workshop, ein Erntedankgartenfest und auch einen Kompostierungskurs geben. Ein Angebot zur Koordinierung über den Obst- und Gartenbauverein steht im Raum, dies wird von den rund 20 künftigen Gärtnern aber noch gemeinsam entschieden. Nach der fachlichen Begleitung im ersten Jahr soll den Gärtnern das Projekt – zwar mit Abstimmung mit der Marktgemeinde, aber ansonsten autonom – überlassen werden. Vergleichbare Konzepte funktionieren bestens und entwickeln ein innovatives, langfristiges Eigenleben.

Die Vorteile der Gemeinschaftsgärten liegen auf der Hand: Man kann mit und voneinander lernen, die Verantwortung untereinander delegieren, untereinander effektiver je nach jeweiligen Stärken arbeiten, die eigenen Kinder mit einbinden und letztlich eine möglichst große Menge an gesundem Gemüse ohne Transportwege ernten. CEG