„Botschafter“ des Bregenzerwaldes

Vorarlberg / 06.04.2021 • 18:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Moosbrugger war vom Tourismusengagement für seine Heimat beherzt.
Moosbrugger war vom Tourismusengagement für seine Heimat beherzt.

Max Moosbrugger aus Andelsbuch starb kurz vor seinem 97. Geburtstag.

ANDELSBUCH Mit Maximilian Ignaz Moosbrugger (Jahrgang 1924) verstarb am 24. März 2021 eine Persönlichkeit, die in ihrer Heimatgemeinde Andelsbuch und weit über die Gemeindegrenzen hinaus für den gesamten Bregenzerwald vorbildhaft gewirkt hat und bekannt war.

Er hat den Tourismus im ganzen Land wesentlich mitgestaltet und nachhaltig geprägt. Seit fast sieben Jahrzehnten war er auch ständiger Mitarbeiter der VN.

„Max“ Moosbrugger, wie er überall genannt wurde, wurde am 13. April 1924 als Maximilian Ignaz Moosbrugger in Andelsbuch (Bersbuch) geboren und verlor schon früh seinen Vater. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er die Käsereilehre in Doren-Huban und wurde am 8. April 1942 zum Dienst in der Deutschen Wehrmacht zu den Fallschirm-Panzergrenadieren eingezogen. Es folgten Fronteinsätze in Holland, Belgien und Frankreich sowie in Ostpreußen an der Ostfront. Beim Rückzug der deutschen Truppen wurde er am 3. Februar 1945 schwer verwundet und verlor den linken Arm. Nach englischer Kriegsgefangenschaft kehrte er im September 1945 in die Heimat zurück, trat am 6. Jänner 1946 beim Postamt Andelsbuch in den Postdienst ein und war bis 1975 als beliebter Postbote tätig. Nebenbei übernahm er bei den Sennereien Andelsbuch und Meisten das Käsesalzen.

Aus seiner ersten Ehe stammten fünf Kinder. Sein Lebensglück fand Max Moosbrugger mit dem „Schwarzwald-Mädl“ Lina. Sie war 1958 mit einer Reisegruppe im Kleinwalsertal unterwegs und besaß eine Kleinbildkamera. Damit legte sie bei Max den Grundstein für die Fotografie, die ihn sein Leben lang begeisterte. Am 20. Juni 1960 erfolgte die Vermählung. Die Liebe blieb den beiden bis zum Tode von Lina 2009 treu.

Max Moosbrugger war seit seiner Jugendzeit sehr naturverbunden. Auch daraus schöpfte er seine große Energie für den Fremdenverkehr seiner Heimat, dem er sich seit 1948 erfolgreich widmete. Von 1957 bis 1981 war er Obmann des Verkehrsvereins Andelsbuch, später wurde er zum Ehrenobmann ernannt. Er organisierte mit seinen vielen selbst gemachten Bildern Diavorträge und Heimatabende – auch an der Gründung der Trachtengruppe war er beteiligt. Max Moosbrugger führte viele Gäste in den Bregenzerwald und brachte ihnen die Region mit seinen lebendigen Erzählungen näher. Im Zusammenhang mit verschiedenen Werbemaßnahmen für den Fremdenverkehr in seiner Heimat führte er mit heimischen Musik- und Volkstumsgruppen erfolgreiche Veranstaltungen durch – darunter in Hamburg, Lübeck, Kiel, Freiburg im Breisgau, Frankfurt/Main, Berlin sowie im Elsass, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg.

Im Jahre 1984 initiierte er einen Gedenkstein für die Bregenzerwälder Barockbaumeister in Endingen am Kaiserstuhl. Durch sein Engagement entstanden auch zahlreiche Städtepartnerschaften, die bis heute gepflegt werden.

Max Moosbrugger wurde für sein beeindruckendes Wirken vielfach hoch ausgezeichnet. Darunter dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg, der Silbernen Ehrennadel des Landesfremdenverkehrsverbandes, der Goldenen Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und dem Goldenen Verbandsabzeichen des Vorarlberger Landestrachtenverbandes.

Die Ehrennadel der Stadt Endingen erhielt er als Initiator der Verbindung zwischen Endingen und Andelsbuch sowie der Region Bregenzerwald. Im Jahre 1974 war Max Moosbrugger beim damaligen Bürgermeister von Endingen, Helmut Eitenbenz, im Rathaus erschienen und hatte unter Verweis auf die geschichtliche Verbindung über Vorderösterreich einen touristischen Kontakt zwischen dem Bregenzerwald und der Kaiserstuhlgemeinde angeregt. Dies war der Beginn einer langen Verbindung mit vielen Kontakten, zum Beispiel übers Städtische Altenwerk oder die Feuerwehr. Musikgruppen aus dem Bregenzerwald waren lange Zeit feste Bestandteile bei Weinfesten, und Käse aus Vorarlberg ist eine beliebte Bereicherung bei kulinarischen Events in Endingen. Im Gegenzug brachte Moosbrugger Kaiserstuhler Wein und Obst nach Vorarlberg.

Geschichte geschrieben hat Max Moosbrugger auch im Zusammenhang mit der Errichtung des Weltfriedenskreuzes auf dem Simmel am Hochtannbergpass am 29. August 1982, bei der er als maßgeblicher Motor unterwegs war und schließlich, nachdem noch einige Tausend Schilling fehlten, diese selbst übernommen hat. Eine besondere Vorliebe hat Max Moosbrugger auch zu Graubünden und dem Madrisatal entwickelt.