Die Zahl der Intensivpatienten hat sich verdoppelt

Vorarlberg / 06.04.2021 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über das Osterwochenende wuchs die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen von drei auf sieben, berichtet Intensivkoordinator List.APA
Über das Osterwochenende wuchs die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen von drei auf sieben, berichtet Intensivkoordinator List.APA

Jüngster Patient ist 61 Jahre. Lockerungen wackeln nicht.

Wien, Schwarzach Derzeit stellt sich weniger die Frage, ob die Vorarlberger Lockerungen bleiben, sondern vielmehr, welches Bundesland einem weiteren Lockdown entkommt. Burgenland, Wien und Niederösterreich haben die „Osterruhe“ deutlich über die Feiertage hinaus auf den 18. April verlängert. Auch andere Bundesländer sind mit hohen Infektionszahlen und sich füllenden Intensivstationen konfrontiert.

Die Lage in Vorarlberg ist noch überschaubar, wenngleich sich die wachsende Fallzahl langsam in den Spitälern bemerkbar macht. Auf den Intensivstationen des Landes werden mittlerweile sieben Covid-Patienten betreut. Vor dem Osterwochenende waren es drei. Insgesamt befinden sich 35 Betroffene im Krankenhaus. Das entspricht laut Intensivkoordinator Wolfgang List den bisherigen Erfahrungswerten: „Sie zeigen, dass zwischen 15 und 20 Prozent der hospitalisierten Patienten Intensivpatienten sind.“ Der Trend müsse nun genau beobachtet werden. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle befanden sich 44 Patienten gleichzeitig in Intensivbehandlung, erinnert sich der Koordinator.

Impfen entlastet Spitäler

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) beschreibt die Impfung als gewichtigen Faktor für die Auslastung der Intensivstationen. Laut Expertenberichten käme es zu einer Entlastung um 30 Prozent, sobald die Hälfte aller über 65-Jährigen und einen größerer Teil der über 50-Jährigen geimpft sei. In Vorarlberg hätten Ende dieser Woche zwei Drittel aller über 65-jährigen mindestens ihre erste Dosis erhalten, bei den über 55-Jährigen sind es laut Wallner aktuell 39 Prozent. Der jüngste Patient auf der Intensivstation in Vorarlberg ist 61 Jahre alt, viele haben laut Intensivkoordinator List mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht zu kämpfen.

Der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) hofft, dass sich die Lage nicht zuspitzen wird. Aufgrund der hohen Infektionszahlen im Bezirk Dornbirn hat er sich am Dienstag mit dem Krisenstab des Landes ausgetauscht. „Es gibt keine auffallend großen Cluster, sondern eine Streuung über das Ortsgebiet.“ Man müsse insbesondere im Ballungsraum Rheintal wachsam sein. Fischer lobt die hohe Testfrequenz, ebenso die Impfmoral bei den Älteren. Neue Maßnahmen seien in Vorarlberg vorerst keine geplant. Die Lockerungen wackeln nicht, sagt Fischer: „Sollten die Zahlen drastisch hinaufgehen, muss man aber reagieren.“ VN-ebi, ram, rau