Kein Abrücken von Alarmstufe Rot

Vorarlberg / 08.04.2021 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
583 Menschen sind wegen einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation.APA
583 Menschen sind wegen einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation.APA

Die Zahl der Neuinfektionen bleibt auf hohem Niveau. Intensivstationen werden wieder auf die Probe gestellt.

Wien Am 31. März war es wieder vorbei. Das Warnsignal für Vorarlberg auf der Coronaampel wechselte von orange auf rot. Vorerst bleibt es bei dieser Alarmstufe, wie die Ampelkommission am Donnerstag entschieden hat. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner (Inzidenz) ist deutlich angewachsen. Den Status, das einzige Bundesland mit einer zweistelligen Inzidenz zu sein, hat Vorarlberg längst verloren.

Lockerungen evaluieren

Österreichweit setzt sich das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau fort. Vor allem in den östlichen Bundesländern ist keine Entlastung der Intensivstationen in Sicht. In Vorarlberg erhöhte sich die Zahl der Intensivpatienten seit dem Osterwochenende von drei auf sieben. Die Coronakommission empfiehlt, die Lockerungen im Land laufend zu evaluieren.

Größte Zuwächse

In den vergangenen zwei Wochen verzeichnete Vorarlberg die verhältnismäßig größten Zuwächse. Vor zwei Wochen war die Inzidenz um 40 Prozent geringer. In der vergangenen Woche stieg sie um fünf Prozent. Vorarlberg bleibt dennoch die Nummer eins. Das Land verzeichnet derzeit einen Wert von 137, gefolgt von der Steiermark (176) und Tirol (194). Die meisten Neuinfektionen gibt es in Salzburg (223), Niederösterreich (232) und Wien (321).

Die gute Nachricht: Die Zahlen sind geringer als von den Experten erwartet. Das Konsortium, welches für das Gesundheitsressort regelmäßig Prognosen erstellt, ging von mehr Neuinfektionen aus. Dass es diese überschätzte, erklären die Wissenschafter unter anderem mit den Schulferien. Dadurch habe sich das Testgeschehen reduziert. Gleichzeitig seien regionale Maßnahmen wie Ausreisetests ergriffen worden. Ebenso könnten saisonale Effekte eine dämpfende Wirkung haben. Bis zum 14. April orten die Experten einen leicht steigenden Trend. Größter Unsicherheitsfaktor sind mögliche Kontakthäufungen über die Osterfeiertage, welche die Fallzahlen in die Höhe treiben könnten.

88 Prozent Mutanten

Die schlechte Nachricht: Die infektiöseren und gefährlicheren Varianten haben überhandgenommen. In Vorarlberg sind 88 Prozent der Fälle davon betroffen, in allen anderen Bundesländern mehr als 90 Prozent. Die Verbreitung der Mutationen schlägt sich auch auf die Intensivstationen nieder. Im Osten Österreich gelangen diese bereits an ihre Belastungsgrenzen. In Wien wurden erste Operationstermine verschoben. Die Belegung ist in allen Bundesländern gestiegen. Die Zahlen in den Intensivstationen bleiben laut den Prognosen auf hohem Niveau. Die Ampelkommission rät daher, zusätzliche Maßnahmen in den Spitälern zu setzen, um die vorliegende systemkritische Belastung zu bewältigen. „Zusätzlich werden intensivierte Abstimmungen mit weniger betroffenen Bundesländern für etwaige Patiententransfers empfohlen.“ VN-ebi

Zwischen 25. Februar und 31. März leuchtete die Ampel für Vorarlberg orange. Jetzt ist sie wieder rot. APA
Zwischen 25. Februar und 31. März leuchtete die Ampel für Vorarlberg orange. Jetzt ist sie wieder rot. APA