Mit der Coronalupe über die Problemgemeinden

Vorarlberg / 08.04.2021 • 22:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Neues EDV-System in Betrieb: Ausreisetests in Straßenzügen denkbar.

Rankweil Rankweil gehört zu jenen Vorarlberger Orten, die es nicht schaffen, ihre Infektionszahlen nachhaltig zu drücken. Die Statistik meldet konstant über 30 aktive Covidfälle in der Marktgemeinde. Immer wieder scheine eine Häufung von Neuinfektionen in der gleichen Siedlung auf, berichtet Landesrat Christian Gantner (ÖVP) den VN. Ein neues EDV-System macht es möglich, die Hotspots auf den Straßenzug genau zu identifizieren. Auch die Schulen bleiben nicht verschont, wie sich in der Montfortschule Rankweil zeigt. Dort wurde am Donnerstag eine ganze Klasse vom Infektionsteam getestet.

Ein solches Screening ist für die berüchtigte Siedlung in Rankweil noch nicht geplant. Zwar sind dort wiederholt mehrere Fälle aufgetreten, allerdings sollen zuerst Sozialarbeiter und Gemeindebedienstete helfen, die Coronazahlen in den Griff zu kriegen. Ihre Aufgabe ist es, über die Gratistestmöglichkeiten und die bestehenden Regeln zu informieren. Welche Siedlung die größten Probleme bereitet, wird nicht veröffentlicht. Sollten die Maßnahmen in Rankweil keine Trendwende bringen, schließt Gantner nicht aus, dass es doch noch zu hyperlokalen Ausreisetests kommt. „Es kann durchaus einmal sein, dass man einen Straßenzug nur verlassen kann, wenn man ein negatives Testergebnis hat.“

Jede Quarantäne wird kontrolliert

Weniger übersichtlich ist die Lage im Bezirk Dornbirn. Hier seien keine Hotspots auszumachen, sondern die Infektionen breit verstreut. Daher würden die Kontrollen in Dornbirn, Lustenau und Hohenems verschärft. „Alle, die in Quarantäne sind, werden mindestens einmal kontrolliert“, kündigt der Landesrat an. Auf Test-, Masken- und Abstandspflicht werde ein noch schärferes Augenmerk gelegt. 

Die Erfahrungen im Leiblachtal hätten gezeigt, dass eine schnelle, konsequente Reaktion Schlimmeres verhindern könne. Da sei das neue EDV-System hilfreich, sagt Gantner. „Bisher hatten wir nur die Zuordnung, wie viele Erkrankte es pro Gemeinde gibt. Jetzt können wir genauer hinschauen und wie in eine Landkarte reinzoomen. Wir sehen jetzt besser, wo sich die Infektionen abspielen.“  

Infektionsteam in der Schule

In Rankweil blinkt das System wohl auch in der Montfortschule auf. Der dortige Direktor Simon Hagen hatte bereits Klassen in Quarantäne oder präventiver Fernlehre. Schon mehrere Kinder sind und waren mit dem Coronavirus infiziert. In einer Klasse hatte sich erst kürzlich ein positiver Nasenbohrer-Test mittels PCR-Test bestätigt. Das Infektionsteam rückte daraufhin an und testete am Donnerstag die ganze Klasse. „Die Eltern durften dabei sein“, erzählt Hagen.  

Eine andere Klasse musste ganz nach Hause, da fünf Selbsttests positiv endeten. „Wir warten auf die PCR-Ergebnisse.“ Dann werde über weitere Maßnahmen entschieden. Hagen hält die vorübergehende Fernlehre bei einer solchen Häufung positiver Selbsttests für sinnvoll. In dieser Klasse seien bereits vor Ostern zwei positive Fälle aufgepoppt. Der Direktor hofft, dass die PCR-Tests bis heute, Freitag, über das tatsächliche Ergebnis Gewissheit bringen.

16 von 33 Lehrern fielen aus

Unter den Lehrern der Montfortschule gibt es derzeit keine Coronafälle. Allerdings litten viele von ihnen an einer Impfreaktion. „Der Großteil wurde am Dienstagabend geimpft“, sagt der Direktor. Am Mittwoch fielen 16 von 33 Lehrern aus. „Heute sind noch acht zuhause.“

Der Unterricht laufe aber weiter. Zwei Lehrerinnen in Pension hätten geholfen, und andere auf ihren freien Tag verzichtet, erzählt der Direktor: „Manchmal muss man die Dinge im Leben eben so nehmen, wie sie kommen.“ VN-ebi 

„Der Großteil wurde am Dienstag geimpft. Am Mittwoch fielen 16 von 33 Lehrern aus.“