Wir wollen wieder mehr im Land

Vorarlberg / 08.04.2021 • 22:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die in Kooperation von ikp und Sägenvier entworfenen Plakate verbinden die Forderung nach Normalität mit der Impfung. Serra
Die in Kooperation von ikp und Sägenvier entworfenen Plakate verbinden die Forderung nach Normalität mit der Impfung. Serra

Trotz Lieferengpässen wirbt Vorarlberg für Impfungen. Bis Ende April alle über 65 geimpft.

Dornbirn AstraZeneca wird diese Woche keinen Impfstoff und nächste Woche nur eine reduzierte Menge liefern. Statt den für die Kalenderwoche 14 angekündigten 50.900 Impfdosen werden nun erst in der Kalenderwoche 15 nur 26.400 erwartet. Für Vorarlberg ändert sich dadurch nichts, versichert Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher am Rande der Präsentation der neuen Impfkampagne „Vorarlberg impft“. Schließlich erwarte Vorarlberg im April vor allem Impfstoff von Biontech, AstraZeneca hätte nur einen verhältnismäßig kleinen Teil ausgemacht. Und da man immer erst dann die Einladungen zu Impfterminen verschicke, sobald die Liefermengen bekannt sind, müsse man auch niemanden ausladen.

Vorarlberg impft

Tatsächlich rechnet Vorarlberg für April insgesamt mit 48.000 Impfdosen, davon allein 18.000 für dieses Wochenende. Bis Ende April habe man alle Impfwilligen über 65 Jahre geimpft, jede Neuregistrierung in dieser Altersgruppe könne mit einem baldigen Impftermin rechnen. Obwohl die europäische Arzneimittelagentur EMA vorerst empfahl, bei unter 30-Jährigen auf AstraZeneca zu verzichten, hat das keine Auswirkungen auf die Impfpläne im Land. Am Donnerstagvormittag haben sich die Gesundheitslandesräte Österreichs darauf verständigt, keine Änderungen vorzunehmen. Nach den Unsicherheiten um Astrazeneca haben im Osten Österreichs tausende Menschen ihren Impftermin abgesagt. Auch in Vorarlberg gebe es einzelne Abmeldungen, bestätigt Rüscher. Doch gebe es genug Impfwillige auch für AstraZeneca, mit denen die freigewordenen Termine nachbesetzt werden können.

Nun gilt es, entsprechend viele Registrierungen für die Impfung zu gewinnen. Unter dem Motto „Wir wollen wieder“ startete daher am Donnerstag die neue Impfkampagne unter der Federführung des Landes Vorarlberg. Unterstützung kommt aus dem ganzen Land: Im dazugehörigen Video werben unter anderem HC-Hard-Torwart Golub Doknic, die Gastronomen Reinhard Rauch und Milena Broger wie auch Russ-Preis-Träger Elmar Stüttler von Tischlein deck dich. Mitgetragen wird die Kampagne von den Gesundheitseinrichtungen im Land wie auch den verschiedensten Kammern.

Das Ziel: Möglichst viele Vorarlberger für die Anmeldung zur Impfung zu bewegen. Bis Ende April könnten mehr als 100.000 Vorarlberger die erste Impfdosis erhalten. Geht es nach Landeshauptmann Markus Wallner, sollten es bis spätestens Juni 200.000 sein. „Wir haben es selbst in der Hand“, betont er bei der Präsentation der Kampagne im Conrad Sohm. „Wir wollen nicht verharren in der Pandemie, sondern gestärkt aus ihr herausfinden.“ Gemeinsam müsse man daran arbeiten, einen dritten Lockdown zu verhindern.

Gastgeber Hannes Hagen ist mit dem Conrad Sohm und dem Szene Openair nicht nur Teil der heimischen Kulturszene, sondern auch Pfleger auf der Intensivstation des LKH Bregenz. „Wenn man täglich damit zu tun hat, macht es sprachlos, wie viele sich nicht impfen lassen wollen“, klagt er. Die Kampagne will daher jeden Vorarlberger erreichen. Unter www.wirwollenwieder.at gibt es einen Plakat-Generator, damit Firmen und Vereine eigene Versionen des Plakats machen können, nachdem sie beim Land das dafür notwendige Passwort angefragt haben. VN-rau

„Wir werden Ende nächster Woche drei Viertel der über 65-Jährigen geimpft haben.“

Wir wollen wieder mehr im Land