Messer ins Gesäß des Kontrahenten gestoßen

Vorarlberg / 09.04.2021 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Mann sagte vor Gericht, dass ihm das Ganze sehr leidtue. ECKERT
Der junge Mann sagte vor Gericht, dass ihm das Ganze sehr leidtue. ECKERT

24-jähriger Syrer muss wegen Persönlichkeitsstörung in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Feldkirch Im Dezember kam es insgesamt zu zwei Vorfällen, die den jungen Mann, der schwere psychische Probleme hat, vor Gericht brachten. Allerdings geht es nicht um eine Anklage, sondern wegen ausgeschlossener Zurechnungsfähigkeit um eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Am 14. Dezember fuhr der Flüchtling extra nach Wien, um einen Bekannten aufzusuchen und diesen zur Rede zu stellen. Doch es blieb nicht beim Reden, sondern der psychisch Kranke stach dem Gegner ein Klappmesser mit acht Zentimeter langer Klinge ins Gesäß. Dadurch entstand eine zehn Zentimeter breite und fünf Zentimeter tiefe Stichwunde, die im Spital genäht werden musste.

Zurück in Vorarlberg, brauste der Mann, der nicht zuletzt durch Cannabis und Kokain vor zwei Jahren in eine tiefe Psychose gefallen war, am 16. Dezember mit dem Auto durch Bregenz. Er hatte keinen Führerschein und auch keine Kennzeichen, weshalb er einer Polizeistreife auffiel. Sie wollte den Asylanten anhalten, doch der drückte erst recht aufs Gas, raste mit teils 100 km/h durchs Ortsgebiet, missachtete rote Ampeln und kollidierte schlussendlich mit einer Werbetafel. Anschließend setzte er seine Flucht zu Fuß fort.

Schlussendlich nahm man den Mann fest, doch auch hier führte sich der großgewachsene, sportliche Autofahrer dermaßen auf, dass es mehrere Polizeibeamte benötigte.

Geschlagen und bedroht

Selbst bei der Polizei und schlussendlich in der Arrestzelle beruhigte sich der Betroffene nicht. Einen Beamten verletzte er im Intimbereich, immer wieder drohte er mit dem Umbringen und unterstrich dies mit der Geste des Halsabschneidens. Mittlerweile wurde der Mann im Landeskrankenhaus Rankweil medikamentös gut eingestellt, es geht ihm besser.

Doch Gerichtspsychiater Reinhard Haller hält eine weitere intensive Behandlung für dringend notwendig. In manischen Phasen halten sich Betroffene für gesund und nehmen die Medikamente nicht mehr, weitere Vorfälle seien dann vorprogrammiert. „Setzt man allein auf Freiwilligkeit, setzen 95 Prozent der Patienten die Medikamente selbst ab“, so der Experte.