Unterwegs mit „Doctor Bike“

Vorarlberg / 09.04.2021 • 19:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daumen hoch: Furkan Özgan (17) aus Bregenz hat beim Bau der mobilen Fahrradwerkstatt tatkräftig mitgeholfen. VN/Paulitsch
Daumen hoch: Furkan Özgan (17) aus Bregenz hat beim Bau der mobilen Fahrradwerkstatt tatkräftig mitgeholfen. VN/Paulitsch

Jugendarbeit Bregenz startet mit mobiler Fahrradwerkstatt durch.

Bregenz Die Offene Jugendarbeit Bregenz (OJAB) lässt sich von der Coronapandemie nicht einbremsen. In den vergangenen Wochen haben die Jugendlichen in der Werkstatt des Jugendzentrums Between gesägt, geschweißt und lackiert. Nun ist das Werk vollbracht. Aus einem alten Kiki-Anhänger wurde eine mobile Fahrradwerkstatt. Ihr Name: „Doctor Bike“.

Raus aus dem Haus

Fahrräder werden in dem bunt verzierten Haus der Bahnhofstraße 47 schon länger repariert. „Bisher waren wir immer sehr hausbezogen. Die Überlegung war, wie wir es schaffen, dass wir auch an öffentliche Plätze kommen“, berichtet Jugendarbeiter René Kaufmann. Der 48-Jährige hat Schlosser und Fahrradmechaniker gelernt. Sein Kollege Manuel Felder (34) ist ausgebildeter Tischler.

Um das Projekt umzusetzen, wurden motivierte Jugendliche gesucht und auch gefunden. Einer davon war Furkan Özgan. Der 17-jährige Bregenzer hat die OJAB-Mitarbeiter beim Materialeinkauf unterstützt und beim Montieren oder Lackieren geholfen. Eric Engel (20) sorgte mit Spray und Schablone in Sachen Beschriftung für den letzten Schliff. „Sie haben alles selbstständig gemacht. Wir haben sie nur angeleitet“, lobt Jugendarbeiter Kaufmann seine Schützlinge.

Die Jugendarbeiter sind künftig einmal in der Woche mit „Doctor Bike“ auf den Straßen in Bregenz unterwegs. Geplant sind fixe, regelmäßige Standorte. „Wir wollen dort sein, wo Jugendliche abhängen. Man kann vorbeikommen und kleinere Sachen richten“, erläutert der Chefmechaniker.

Voting

Den Namen für die mobile Fahrradwerkstatt haben die Jugendhausbesucher per Voting bestimmt. „Doctor Bike“ machte klar gegen „Emo am See“ und „Covid-21“ das Rennen. Das Fahrrad-Angebot ist vorerst für die Jugendlichen gedacht. Zum einen sollen sie motiviert werden, beim Reparieren selbst Hand anzulegen. „Das wird ja heutzutage leider nicht mehr so vermittelt“, ergänzt der Jugendarbeiter. Zum anderen ist geplant, beim Projekt Upcycling wieder einen Gang höher zu schalten. René Kaufmann: „Wir haben seit zehn Jahren das Konzept, dass wir aus dem Abfall Räder holen und daraus wieder etwas entstehen lassen. Drei kaputte Räder ergeben ein ganzes Rad. Es gibt auch die Idee, dass wir Lastenräder oder Freaky-Räder bauen. Ob wir das schaffen, hängt davon ab, wie viel Lust die Jugendlichen haben.“ vn-ger

Der ehrenamtliche Mitarbeiter Salavdi Dargaev (21), die beiden Jugendarbeiter Manuel Felder und René Kaufmann mit Furkan Özgan und Eric Engel.
Der ehrenamtliche Mitarbeiter Salavdi Dargaev (21), die beiden Jugendarbeiter Manuel Felder und René Kaufmann mit Furkan Özgan und Eric Engel.