Der Feuerteufel schlug am helllichten Tag zu

Vorarlberg / 11.04.2021 • 18:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Fend am Ort des unheilvollen Geschehens. Die Wohnung wurde durch das Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen.VN/Stiplovsek
Christian Fend am Ort des unheilvollen Geschehens. Die Wohnung wurde durch das Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen.VN/Stiplovsek

Familie aus Dornbirn erlitt Schock des Lebens. “Ma hilft” und andere unterstützen.

Dornbirn Christiano (10) und Jamie (7) sind jetzt noch ganz aufgeregt. „Wir entdeckten Rauch an der Decke und bemerkten dann, dass es im Badezimmer brannte“, beginnt der Ältere mit seinen Erinnerungen an den 29. März vormittags gegen halb elf. Gedankenschnell griff er zum Feuerlöscher, wollte das Feuer löschen. Doch das gelang nicht. „Dann sind wir nach draußen gestürmt“, fährt Jamie fort. Die Buben rannten zu einem Kurierdienst-Mitarbeiter, der in der Siedlung im Weppbach gerade zustellte. Dieser verständigte die Einsatzkräfte.

Ungutes Gefühl, Panik

Mama Barbara Kernle (29) wird jetzt noch von Emotionen übermannt, wenn sie an diesen Tag denkt. „Ich war zwei Stunden weg, weil ich im Geschäft kurzfristig aushelfen musste. Die Buben konnten jederzeit anrufen, wenn etwas war. Oder sich auch sonst kurz melden. Als ich nichts von ihnen hörte, bekam ich ein ungutes Gefühl.“ Kurz darauf meldete sich die Polizei bei ihr. Die Mutter geriet in Panik. „Die Polizisten mussten mich beruhigen. Sie teilten mir mit, dass die Buben wohlauf sind.“

Auch bei Christian Fend (29), dem Lebenspartner von Barbara Kernle sind die dramatischen Momente tief eingebrannt. Der Blitzschutztechniker war gerade an einer Baustelle angekommen, als er vom Brand in Kenntnis gesetzt wurde. „Ich ließ alles liegen und stehen und fuhr nach Hause.“

Das Feuer, das sich mutmaßlich in einem Wäschekorb nahe einem auf höchster Stufe eingestellten Heizkörper entzündete, führte zu einem Großeinsatz der Einsatzkräfte. Am Ende blieb eine stark beschädigte Wohnung zurück, die für längere Zeit nicht bewohnbar sein wird.

„Wir wollen nie mehr dahin zurück“, sind Christian und Barbara fest entschlossen. „Vor allem für die Kinder wäre das eine Vorstellung, die wir ihnen nach diesen Erlebnissen nicht zumuten wollen“, sagt Barbara.

Welle der Solidarität

Die Familie ist vorübergehend in einer Notwohnung der Stadt Dornbirn untergebracht. Bald soll es in eine neue Bleibe gehen. „Wir sind diesbezüglich bereits fündig geworden“, teilt Christian mit.

Durch den Brand wurde in der alten Wohnung einiges zerstört. Wie bei solchen Ereignissen üblich, nimmt es einige Zeit in Anspruch, bis die Schadensersatzmodalitäten mit den Versicherungen geklärt sind. „Wir sind auf gutem Weg. Aber es dauert eben“, erzählt Christian Fend. „Ma hilft“ hat sich der Familie angenommen und wird Soforthilfe leisten. Zudem hat die Familie ein privates Spendenkonto eingerichtet, mittels dessen Menschen Unterstützung leisten können.

Barbara Kernle ist ob der Hilfsbereitschaft überwältigt. „Es ist unglaublich, wie viele solidarische Menschen es in solchen Situationen gibt“, sagt sie mit Tränen in den Augen. VN-HK

„Wir wollen dorthin nicht mehr zurück. Den Kindern können wir das nicht zumuten.“

Die Familie hat ein eigenes Spendenkonto eröffnet:Verwendungszweck: Spendenkonto; IBAN: AT 44 2060 7032 0134 9390.