Deutlich weniger Sterbefälle

Vorarlberg / 05.02.2021 • 21:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In den ersten Wochen war die Zahl heuer sogar niedriger als in den vergangenen Jahren.

SCHWARZACH Die Pandemie wirkt sich auch in Vorarlberg auf die Entwicklung der Sterbefälle aus. Und zwar doppelt: Zunächst führte sie zu einem starken Anstieg. Zuletzt gab es dagegen sogar einen Rückgang gegenüber den vergangenen Jahren. Er dürfte mit den Beschränkungen erklärbar sein.

Das bestätigt Marc Luy, Leiter der Förderungsgruppe für Gesundheit und Langlebigkeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten.

Zusammenhang mit Corona

Infolge der zweiten Infektionswelle gab es in Vorarlberg von Ende Oktober bis Ende Dezember mehr als 200 Todesfälle, die laut der staatlichen Gesundheitsagentur AGES in einem Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung standen. Allein in der 49. Kalenderwoche handelte es sich um 35. Damals, von 30. November bis 6. Dezember, starben insgesamt 107 Menschen im Land. Das waren zweimal mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre zu dieser Zeit (53).

Mit Jahreswechsel haben sich die Verhältnisse normalisiert. Zunächst gab es sogar weniger Sterbefälle als in der Vergangenheit. In der ersten Kalenderwoche 51 statt 74, in der zweiten 57 statt 68. In der dritten Woche handelte es sich wie im Vergleichszeitraum 2015 bis 2019 durchschnittlich um 64.

Laut Marc Luy zeigt die Entwicklung, dass es gelungen ist, das Infektionsgeschehen wieder einigermaßen unter Kontrolle zu bringen: „Das ist nicht nur bei den Sterbe-, sondern auch bei den Erkrankungsfällen zu sehen.“ Es gibt nicht mehr so viele Spitalspatienten. Maßnahmen wie Abstand halten, Hände waschen und Maske tragen dürften im Übrigen auch gegen ein Aufkommen der klassischen Grippe gewirkt haben. Zumindest bisher sei diese stark eingedämmt worden.

Hoher Durchschnittswert

Grippewellen erreichen in der Regel zu Jahresbeginn ihren Höhepunkt und können in schlimmen Jahren sehr vielen Menschen das Leben kosten. 2017 ist das laut Luy beispielsweise der Fall gewesen. Das erklärt auch, dass im Jänner und Februar der Durchschnittswert der Sterbefälle für die vergangenen Jahre verhältnismäßig hoch ist.

Prognosen wagt der Forscher keine: „Wie es 2021 weitergeht, darüber kann man nur spekulieren“, so Luy: „Das hängt davon ab, wie und wann es gelingt, die Pandemie in den Griff zu bekommen.“ Grundsätzlich gebe es immer wieder das Phänomen, dass auf Zeiten mit mehr, Zeiten mit relativ wenigen Sterbefällen folgen. JOH