Vom Suez-Kanal nach Bludenz

Vorarlberg / 12.04.2021 • 16:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der weitgereiste Ingenieur hinterließ auch in Bludenz seine Spuren.
Der weitgereiste Ingenieur hinterließ auch in Bludenz seine Spuren.

Straßenbenennung im Gedenken an Alois Negrelli.

Bludenz Die Benennung von Straßen nach Personen hat in Bludenz stark abgenommen. Das ist einerseits darauf zurückzuführen, dass alte Flurnamen nicht in Vergessenheit geraten sollten und daher für die Benennung herangezogen werden, andererseits darauf, dass eine personenspezifische Benennung immer auch Gefahren in sich birgt, denn über die Biografie von Menschen kommen oft posthum neue Aspekte ans Licht. Eine der wenigen Ausnahmen dieser Entwicklung der letzten Jahrzehnte war der Negrelliweg.

Tochter in Bludenz begraben

Nach dem Trentiner Alois Negrelli (1799-1858) wurde am 7. Mai 1998 eine Straße an der westlichen Stadtgrenze benannt, als es dort zur Neuerrichtung von Blöcken südlich der Alten Landstraße kam. Der Namensgeber war besonders durch seine Projektierung des Suez-Kanals bekannt. Seine im Zuge von Vermessungsarbeiten erstellten Pläne wurden 1856 als die besten ausgewählt. Die Fertigstellung des Kanals erlebte er nicht mehr, da er zuvor einem Nierenleiden erlag. Doch auch mit dem Ländle verbindet ihn einiges: So war Negrelli etwa als Ingenieur bei der Vorarlberger Rheinregulierung tätig sowie für diverse Straßenprojekte im Raum Bludenz. Außerdem verlor er in Bludenz auf einer Durchreise eine seiner Töchter an Diphterie. Sie wurde auch hier begraben.

50 Jahre Wartezeit

Bereits 50 Jahre vor der endgültigen Benennung stand Negrellis Name einmal zur Debatte, als für die neu gebaute Südtiroler-Siedlung Namen gesucht wurden. Doch es sollte bis 1998 dauern, bis ihm auch in Bludenz die Ehre eines Straßennamens doch noch zuteil wurde. Damals stand zudem sein 200. Geburtstag kurz bevor, sodass die Entscheidung noch leichter fiel. Über ganz Vorarlberg verteilt gibt es heute insgesamt neun Verkehrsflächen, die nach Negrelli benannt sind. SES