Zwischen Testpflicht und Schwarzarbeit

Vorarlberg / 12.04.2021 • 19:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Christoph Schobel würde sich Testmöglichkeiten im Salon selbst wünschen.
Christoph Schobel würde sich Testmöglichkeiten im Salon selbst wünschen.

Die Innung fordert niederschwellige Testmöglichkeiten.

Schwarzach Bereits im März klagten die ersten Friseure über den nach dem ersten Schwall ausbleibenden Kundenansturm. Friseure wie Andrea Amann und Marcel Egger klagten über die Zutrittstests als hohe Hürde für ältere Menschen, Testmuffel und geschlossene Grenzen. Mobile Friseure wie Yvonne Gapp berichten von vollen Auftragsbüchern, aber unlauteren Anfragen. „Die Situation im Moment ist sehr düster“, bestätigt Christoph Schobel, stellvertretender Landesinnungsmeister, am Montagabend in „Vorarlberg live“. Er kann die Erfahrungen seiner Kollegen bestätigen. Der Ansturm nach dem letzten Lockdown sei kaum vergleichbar mit jenem nach dem ersten Lockdown gewesen. Viele Friseursalons entlang des Rheins haben zwischen ein Drittel bis die Hälfte ihrer Kunden auf der anderen Seite der Grenze, die nun aufgrund der Reisebeschränkungen fehlen.

Gerade für größere Salons stellt sich damit eine zusätzliche Herausforderung: „Wie auch die Gastronomie können wir nicht einschätzen, wie viel Personal wir jeden Tag brauchen“, erklärt Schobel. Viele Arbeitsplätze würden nur durch die Kurzarbeit gerettet. Schobel selbst versuchte es bereits mit einer eigenen Teststation vor der Salontüre. Gerade die Älteren, die sich mit der Anmeldung zum Test schwertun, habe man damit aber auch nicht erreicht. Es brauche niederschwelligere Angebote wie die Selbsttests im Friseursalon. Ansonsten dränge man vor allem ältere Kunden in die Schwarzarbeit, um die Testpflicht zu umgehen.