Altersspektrum auf Intensivstationen wird immer breiter

Vorarlberg / 13.04.2021 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach wie vor müssen Intensivstationen eine Überlastung fürchten.khbg
Nach wie vor müssen Intensivstationen eine Überlastung fürchten.khbg

Verschiebung hin zu jüngeren Betroffenen ist deutlich.

Feldkirch Die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen in Vorarlberg ist am Dienstag leicht gesunken, und zwar von 10 auf neun. Auf den Normalstationen müssen ebenfalls wieder mehr Covid-19-Infizierte behandelt werden, doch die Zunahme erfolgt nur langsam, was auch den Intensivkoordinator, Oberarzt Wolfgang List, einigermaßen beruhigt. „Sprunghafte Steigerungen auf den Normalstationen bilden sich nämlich sehr schnell auf Intensivstationen ab“, weiß er. Deshalb schätzt er die Lage zumindest derzeit als relativ stabil ein. In die Breite gegangen ist hingegen die Altersstruktur der Intensivpatienten. Sie reicht inzwischen von unter 40 bis 70 Jahren. Die größte Gruppe ist laut List immer noch jene der 60- bis 70-Jährigen. Die übrigen Betroffenen finden sich in der Altersgruppe der 40- bis 60-Jährigen.

Britische Mutationen

Zwei auf der Intensivstation zu betreuende Covidpatienten sind allerdings unter 40. Die beiden letzten Covid-19-Patienten, die auf Intensivstationen verstorben sind, waren 74 bzw. 85 Jahre alt. Wolfgang List verweist darauf, dass es auch schon während der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020 Covid-19-Erkrankte gab, die unter 30 waren. „Dabei hat es sich um Einzelfälle gehandelt“, sagt List. Jetzt sieht er eine deutlichere Verschiebung hin zu jüngeren Betroffenen. Dass die älteren Covidpatienten auf den Intensivstationen weniger werden, schreibt der Arzt vor allem dem Impfen zu. Analog dem Infektionsgeschehen werden inzwischen auch auf den Intensivstationen fast nur noch Personen behandelt, die an der britischen Mutation erkrankt sind.

Aussagen, wonach die Verläufe eher tödlich sind, hat eine aktuelle Studie aus England nicht bestätigt.Ob sich an der Aufenthaltsdauer etwas ändert, die im Durchschnitt bei 21 Tagen liegt, kann Wolfgang List zufolge ebenfalls noch nicht beurteilt werden. „Die jüngeren Patienten haben meist mehr Reserven. Das lässt uns hoffen.“ Zur allgemeinen Situation in den Spitälern: Am Montag wurden fünf Covidpatienten in den Krankenhäusern aufgenommen. Insgesamt sind es 38, von denen neun eine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Zusätzlich sind 29 Nicht-Covid-Patienten zu betreuen. Fünf Covid-19-Patienten konnten aus dem Spital entlassen werden. VN-MM

„Jüngere Covid-19-Patienten haben meist mehr Reserven. Das lässt uns hoffen.“