Treffen von Jugendlichen führte zu Übersaxner Cluster

Jahresrückblick 2021 / 13.04.2021 • 05:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Treffen von Jugendlichen führte zu Übersaxner Cluster
Testen gilt neben der Impfung als wichtigster Eckpfeiler zur Eindämmung der Pandemie. VN/LERCH

Infektionszahlen in Vorarlberg steigen weiter an. Infektionstreiber sind private Zusammenkünfte.

Schwarzach Es reicht schon, wenn ein Einzelner infiziert ist – schon ist ein Cluster entstanden. Den Beweis treten derzeit ein paar Jugendliche aus Übersaxen an. Sie kamen zusammen, nun sind fünf Familienverbände in der Vorderländer Gemeinde positiv. „Einer davon muss das Virus mitgebracht haben“, berichtet Bürgermeister Rainer Duelli. Auf die Einwohnerzahl gerechnet verzeichnet Übersaxen mit derzeit 16 Betroffenen die höchste Infektionszahl im Land.

Das Land nähert sich in langsamen Schritten an die anderen Bundesländer an und zog am Montag mit der Steiermark gleich. Beide verzeichnen aktuell 158 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner. Mitverantwortlich ist die deutlich ansteckendere „britische“ Virusvariante. Vor knapp einem Monat – als die Inzidenz in Vorarlberg bei unter 70 lag – konnte diese gerade einmal bei einem Drittel der Fälle nachgewiesen werden. Nun hat sie sich durchgesetzt und alle anderen Formen verdrängt, berichtet Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Langsam zeige sich auch der Effekt der Osterfeiertage: „Die kommenden zwei, drei Tage werden entscheiden, ob wir für Ostern bezahlen müssen oder nicht.“ Grabher berichtet, dass die meisten Neuinfektionen auf den privaten Bereich zurückzuführen sind. Außerdem gebe es Betriebs- und Schulcluster. Dass die steigenden Zahlen von den Lockerungen in der Gastro und bei Veranstaltungen kommen, glaubt der Landessanitätsdirektor nicht. Hier seien bislang keine größeren Cluster festgestellt worden. Bei der Rückverfolgung der Infektionsketten hätten sich die Quellenangaben nicht wesentlich verändert.

Grabher merkt allerdings an, dass das Infektionsteam von weniger Kooperationsbereitschaft in der Bevölkerung berichte. Es sei schwierig abzuschätzen, ob die Angaben der Betroffenen vollständig sind. Häufig würden sie auch nur zögerlich Aussagen machen, teilweise auch nicht unbedingt freundlich. „Die Müdigkeit ist spürbar.“ Die wenigsten würden sich offensichtlich verweigern. „Da sind wir im einstelligen Prozentbereich.“ Es müsse ja auch jeder laut Epidemiegesetz Auskunft geben.

Die Zahl der Neuinfektionen ist relativ gleichmäßig auf die Bezirke verteilt. Feldkirch verzeichnet mit 149 die geringste Inzidenz und Dornbirn mit 165 den höchsten Wert.  Während vor einem Monat noch jede zweite Gemeinde eine 0-Inzidenz vorweisen konnte, ist es nun nur noch jede dritte Ortschaft. Eine Umfrage in derzeit besonders betroffenen Orten zeigt vor allem eines: Immer wieder sind Treffen von mehreren Personen wie auch familiäre Kontakte Infektionstreiber Nummer eins. Die Bürgermeister der Städte Lustenau, Hohenems und Dornbirn haben schon länger damit zu kämpfen. In einem gemeinsamen, offenen Brief appellieren sie nun mit Landesrat Christian Gantner an die Bevölkerung, die Kontakte zu reduzieren und Hygienemaßnahmen einzuhalten: „Die nächsten Wochen sind entscheidend, um die Modellregion Vorarlberg mit den Öffnungsschritten für Kinder und Jugendliche, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen halten zu können.“

Nach meinem Wissenstand sind ein paar Jugendliche zusammengekommen. Da muss einer mit dem Virus dabei gewesen sein, so wurde das Virus in die fünf Familien getragen. Immerhin gingen deswegen einige mehr testen. Unsere Teststation hat Dienstag- und Freitagabend offen, jede Woche machen wir dort zwischen 250 und 300 Testungen bei 600 Einwohnern. Da sind natürlich oft die gleichen Gesichter darunter, aber die Leute sind sensibilisiert.<strong> Rainer Duelli, Bürgermeister Übersaxen</strong> <span class="copyright">VN</span>
Nach meinem Wissenstand sind ein paar Jugendliche zusammengekommen. Da muss einer mit dem Virus dabei gewesen sein, so wurde das Virus in die fünf Familien getragen. Immerhin gingen deswegen einige mehr testen. Unsere Teststation hat Dienstag- und Freitagabend offen, jede Woche machen wir dort zwischen 250 und 300 Testungen bei 600 Einwohnern. Da sind natürlich oft die gleichen Gesichter darunter, aber die Leute sind sensibilisiert. Rainer Duelli, Bürgermeister Übersaxen VN
Rankweil befindet sich derzeit hinsichtlich der aktiv positiv getesteten Personen im Vergleich zur Einwohnerzahl im Vorarlberger Mittelfeld. Unsere beiden Teststationen im Vereinshaus und beim Gastronomiebetrieb Werkstatt sowie der mobile Testbus am Marktplatz sind stark gefragt und gut ausgelastet. Selbstverständlich gibt es auch in allen Gemeindegebäuden und -einrichtungen strikte Covid-Maßnahmen. Ich hoffe sehr, dass die Impfungen weiter Fahrt aufnehmen und sich möglichst viele Menschen dafür entscheiden. Denn dies ist derzeit der einzige Weg zurück zur Normalität. <strong>Katharina Wöß-Krall, Rankweil</strong> <span class="copyright">Rankweil</span>
Rankweil befindet sich derzeit hinsichtlich der aktiv positiv getesteten Personen im Vergleich zur Einwohnerzahl im Vorarlberger Mittelfeld. Unsere beiden Teststationen im Vereinshaus und beim Gastronomiebetrieb Werkstatt sowie der mobile Testbus am Marktplatz sind stark gefragt und gut ausgelastet. Selbstverständlich gibt es auch in allen Gemeindegebäuden und -einrichtungen strikte Covid-Maßnahmen. Ich hoffe sehr, dass die Impfungen weiter Fahrt aufnehmen und sich möglichst viele Menschen dafür entscheiden. Denn dies ist derzeit der einzige Weg zurück zur Normalität. Katharina Wöß-Krall, Rankweil Rankweil
Zu mir sind noch keine Details vorgedrungen, doch was ich weiß, sind es bei uns Familiengeschichten. Wenn es da einer hat, haben es schnell mehrere. Ein echter Cluster zeichnet sich für uns noch nicht ab, aber ich bin hier im engen Kontakt mit der Landeswarnzentrale, ob sich ein Muster erkennen lässt, auf das man reagieren muss. <strong>Gerd Hölzl, Koblach</strong> <span class="copyright">Mäser</span>
Zu mir sind noch keine Details vorgedrungen, doch was ich weiß, sind es bei uns Familiengeschichten. Wenn es da einer hat, haben es schnell mehrere. Ein echter Cluster zeichnet sich für uns noch nicht ab, aber ich bin hier im engen Kontakt mit der Landeswarnzentrale, ob sich ein Muster erkennen lässt, auf das man reagieren muss. Gerd Hölzl, Koblach Mäser
Treffen von Jugendlichen führte zu Übersaxner Cluster
Ich fürchte, das Virus hat nun einfach auch Lingenau erwischt. Wir haben noch keine verbindlichen Informationen, warum wir nun relativ viele Infektionen haben. Es ist möglich, dass es auf ein Familientreffen zurückgeht, das dann weitere Kreise zog. Es muss nur jemand etwas unvorsichtig sein, damit sich weite Kreise ziehen. Carmen Steurer, Lingenau VN
Hier in Schruns sind es überwiegend Familienverbände, die vom Virus betroffen sind. Diese standen untereinander in Kontakt, sowohl beruflich wie privat. Die Infektionskette war für uns nachvollziehbar. Derzeit haben wir daher das Gefühl, es unter Kontrolle und eingedämmt zu haben, bestätigt mir auch der Gemeindearzt. <strong>Jürgen Kuster, Schruns </strong><span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Hier in Schruns sind es überwiegend Familienverbände, die vom Virus betroffen sind. Diese standen untereinander in Kontakt, sowohl beruflich wie privat. Die Infektionskette war für uns nachvollziehbar. Derzeit haben wir daher das Gefühl, es unter Kontrolle und eingedämmt zu haben, bestätigt mir auch der Gemeindearzt. Jürgen Kuster, Schruns VN/Paulitsch
Für uns als Gemeinde sind die Infizierten ebenfalls anonym. Es ist daher nur schwer nachvollziehbar, ob es Familiencluster sind. Mit mir hat das Land noch nicht  Kontakt aufgenommen, von dem her erwarte ich nicht, dass es eine außergewöhnliche Situation ist, auf die besonders reagiert werden muss. <strong>Paul Sutterlüty, Egg</strong> <span class="copyright">VN</span>
Für uns als Gemeinde sind die Infizierten ebenfalls anonym. Es ist daher nur schwer nachvollziehbar, ob es Familiencluster sind. Mit mir hat das Land noch nicht Kontakt aufgenommen, von dem her erwarte ich nicht, dass es eine außergewöhnliche Situation ist, auf die besonders reagiert werden muss. Paul Sutterlüty, Egg VN