Jetzt regieren die Mutanten

Vorarlberg / 14.04.2021 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Neues Testverfahren ermöglicht schnelleres Erkennen von Virusvariationen.

Feldkirch Bei den Inzidenzwerten liefern sich einige Bundesländer derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aktuell liegt das Burgenland, das am Montag seinen Lockdown beenden will, mit 159,3 an der Spitze. Dahinter folgen die Steiermark (163,7) und Vorarlberg (167,2). Das bedeutet immerhin eine leichte Besserung. Am Dienstag wies das westlichste Bundesland noch eine 7-Tage-Inzidenz von 176 aus. Wie uns die Pandemie gelehrt hat, kann sich das allerdings ziemlich schnell ändern. Das belegen auch die Zahlen aus den Bezirken. Hier wurde Dornbirn (162,4) jetzt nämlich von Bregenz (185,9) abgelöst. In Feldkirch stieg der Wert leicht (170,2), während er in Bludenz (129,5) wieder deutlich zurückging.

Neues Testverfahren

Inzwischen hat bekanntermaßen auch in Vorarlberg die britische Mutation das Regiment übernommen. Knapp 90 Prozent aller Infektionen sind auf diese Variante zurückzuführen. Bislang konnten diese kritischen Varianten nur mithilfe eines mehrstufigen PCR-Testverfahrens nachgewiesen werden. Jetzt gibt es am Institut für Pathologie in Feldkirch eine neue molekulare Technik, die alle gängigen Virusvarianten in nur zwei Arbeitsschritten herausfiltert. Damit wurde kürzlich erstmals sogar ein Fall einer „tschechischen Variante“ erkannt. Sie gilt laut Landesrätin Martina Rüscher jedoch als weniger bedenklich. Einschätzung von Gesundheitsexperten zufolge dürfte es sich dabei zudem nur um eine vorübergehende Erscheinung handeln.

Das neue Verfahren nennt sich „Compact Sequencing“ und wurde in nur wenigen Wochen vom Leiter des Labors für Molekularpathologie, Andreas Bösl, für die SARS-CoV-2-Mutations-Diagnostik angepasst. Das System erlaubt acht bis zehn Virusvarianten parallel zu untersuchen und kann im Falle des Auftretens neuer Varianten rascher an die diagnostischen Erfordernisse angepasst werden als dies mittels sequenzieller, konventioneller PCR-Schritte möglich wäre. So ist beispielsweise auch die SARS-Cov-2-Variante aus Tirol, bei der zusätzlich noch eine sogenannte E484K-Mutation entdeckt wurde, in dem Untersuchungsverfahren abgedeckt. VN-MM

Fakten

Relevante Virus-Varianten in Vorarlberg (Anzahl positiver Proben)

» Britische Variante: 1738

» Südafrikanische Variante: 14

» Brasilianische Variante: 0

» Tiroler Variante 0