Nacktfoto-Aufforderung an Tochter erzürnte Papa

Vorarlberg / 14.04.2021 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Als der Vater sah, dass seine 13-jährige Tochter Nacktfotos verschicken sollte, platzte dem Vater der Kragen. Symbol/VN/Paulitsch
Als der Vater sah, dass seine 13-jährige Tochter Nacktfotos verschicken sollte, platzte dem Vater der Kragen. Symbol/VN/Paulitsch

Freispruch für jungen Vater, der 13-Jährige mit ihrem Handy geschlagen haben soll.

Bregenz Einst kam der Tag, an dem ein 31-jähriger Unterländer das Mobiltelefon seiner 13-jährigen Tochter in die Hände bekam. Was er auf dem Display sehen musste, entsetzte ihn.

Eine empörende Aufforderung

„Da musste ich doch glatt von der Aufforderung irgendeines Jungen an meine Tochter lesen, ihm über die sozialen Medien ein Nacktfoto von ihr zu schicken!“, sagt der Vater als Beschuldigter am Bezirksgericht Bregenz.

Doch welcher Tat wird er beschuldigt? Laut Anklage hätte der 31-Jährige das Handy daraufhin dem noch minderjährigen Mädchen mit aller Wucht auf den Kopf geschlagen. Außerdem habe er seine Tochter 30 Sekunden lange mit den Händen an ihren Gesichtsbacken gepackt und geschüttelt. Schwellungen seien die Folge gewesen.

„Nur an den Kopf getippt“

Ein ausgemachter Unsinn, beschwört der Beschuldigte vor Richter Christian Röthlin. „Erstens habe ich sie nicht mit dem Handy geschlagen, sondern es ihr nur an den Kopf getippt, vor das Gesicht gehalten und sie gefragt, was sie sich dabei denke“, beteuert er. Auch für die angeblichen Schwellungen hat der Angeklagte eine Erklärung: „Meine Tochter trägt eine Zahnspange, welche die Mundpartie ausprägt, was nach einer Schwellung aussehen könne.“

Niemals würde er seine Kinder misshandeln, betont der dreifache Vater vehement. „Ich würde mein letztes Hemd für sie hergeben!“

„Ausgebüxt“

Apropos Hemd: Am frühen Morgen nach dem Vorfall lief die Tochter nur mit T-Shirt und Socken bekleidet aus dem Haus, als wollte sie fliehen. „Ja, sie ist aus irgendeinem Grund ausgebüxt“, erinnert sich der Beschuldigte. „Es war am Neujahrstag und bitterkalt. Aber meine Frau und ich konnten sie bald finden und wieder nach Hause bringen.“

Die 13-jährige Tochter wird als Zeugin einvernommen. Doch sie entschlägt sich der Aussage. Denn sie muss ihren Vater vor Gericht nicht belasten. Das sagt das Gesetz und auch Richter Röthlin der Heranwachsenden, der zu dem Schluss kommt: „Da die einzige Belastungszeugin nicht aussagt, gilt der Vorfall als nicht vorgekommen. Also ist hier ein Freispruch zu fällen.“ VN-GS