Zusammenhalt ist alles

Vorarlberg / 14.04.2021 • 18:09 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dorothea und Karl Nachbaur halten fest zusammen und unternehmen alles gemeinsam. kl
Dorothea und Karl Nachbaur halten fest zusammen und unternehmen alles gemeinsam. kl

Bregenz Es war Liebe auf den ersten Blick, als sich Dorothea Lechner und Karl Nachbaur 1960 beim Ausgang kennenlernten. Heute feiern sie zufrieden ihren 60. Hochzeitstag und blicken auf ein erfülltes und glückliches Leben zurück.

Dass sie sich in Bregenz gefunden haben, überrascht sie immer noch, kommt Dorothea doch aus Eisenerz in der Steiermark und Karl aus Bad Waldsee in Deutschland. „Ich bin mit vier Brüdern aufgewachsen und nach der Volks-, Haupt- und Haushaltungsschule mit 16 Jahren nach Vorarlberg gekommen. Meine erste Stelle habe ich bei Rohner in Balgach gefunden und in Rebstein in einem Zimmer gewohnt“, erzählt Dorothea. Dann zog sie nach Bregenz und repassierte Strümpfe bei der Firma Wolford.

Auch Karl stammt aus einer kinderreichen Familie. Mit seinen fünf Geschwistern erlebte er schöne Kinder- und Jugendjahre. Er lernte nach der Volksschule das Metzgerhandwerk und ging nach bestandener Gesellenprüfung auf Wanderschaft bis Tübingen und von dort nach Vorarlberg, wo ihn die Metzgereien Rimmele in Feldkirch, Katzenmeier in Bludenz und Fitz in Bregenz gerne aufnahmen. Die Firma Wolford freute sich dann über den neuen Mitarbeiter, der in die Produktion von maschensicheren Nahtlosstrümpfen eingeteilt wurde. „Die schönste Zeit aber verbrachte ich als junger Mann auf der Alpe, war Hirtenbub, Melker und Käser“, erinnert sich Karl.

Zukunftspläne

Sehr bald war es für Dorothea und Karl klar, dass sie zusammenbleiben und eine Familie gründen wollten. So war bald ein Hochzeitstermin festgelegt, und am 15. April gaben sie sich glücklich in der Mariahilf-Kirche das Jawort. „Alles war perfekt. Im Gasthaus Falken, beim Willi, haben wir unseren schönsten Tag ausgiebig gefeiert. Wir hatten ein Zimmer im Gasthaus Baur in der Nideggegasse, haben dann in der Brielgasse eine Dachwohnung bekommen und sind glückliche Eltern geworden. Sonja kam 1962 zur Welt und Conny 1967. Es wurde dann eng in unserem Heim und wir haben uns für eine Wohnung in der Froschauerstraße angemeldet“, ist von den Jubilaren zu erfahren. Karl musste dafür die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen, da Dorothea zu wenig verdiente. „Wir konnten vom Fenster aus zusehen, wie das Haus gewachsen ist, und wurden ungeduldig, wenn die Arbeiter lange Pausen eingeschoben haben.“ Töchterchen Conny war zwei Monate alt, als die Familie umzog. 1976 schlossen alle glücklich Nachzüglerin Ulrike in die Arme.

Erfüllte Jahre

„Wir haben viel geleistet in den Jahren, denn wir wollten es schön haben und unseren Kindern etwas bieten“, erklärt das Paar. Einige Jahre wurde den Kindern zuliebe in Gegenschicht gearbeitet. Dorothea nähte und strickte für alle, machte Heimarbeit und hielt 15 Jahre die Büros des Sozialdienstes in Ordnung. „Karl hat auch mitgeholfen, wir werden immer noch zu Feierlichkeiten eingeladen“, freut sich Dorothea. „Ich habe bis zur Pensionierung 42 Jahre bei der Firma Wolford gearbeitet, die letzten fünf Jahre war ich Portier. Oft werde ich auf der Straße gegrüßt und gefragt, wie es mir geht. Ich muss aber sagen, dass ich nur wenige wiedererkenne, denn aus den Mädchen sind inzwischen Frauen geworden“, berichtet Karl.

Zufriedenes Leben

Für große Sprünge hat es im Leben von Dorothea und Karl nie gereicht. Ab und zu Ferienaufenthalte in der Steiermark gaben neue Kraft für den Alltagsstress, doch am schönsten war es für sie zu Hause. Der See und die Berge boten Abwechslung, besonders die 32 Jahre, die sie auf ihrer Vorsäßhütte Feste feierten, sind in guter Erinnerung.

Der ganze Stolz des Paares sind die Kinder, die es zu verantwortungsvollen Erwachsenen erzogen hat und denen es eine gute Ausbildung ermöglichen konnte. Als glückliche Großeltern von Armin, Ramona, Lena und Lisa war die Freude groß, als sie zu Ostern endlich wieder einmal auf Besuch kommen konnten. „Auf die beiden Jüngsten haben wir oft aufgepasst, was uns wieder jung gemacht hat“, so das Paar.

Dorothea geht es gut, und Karl ist nach einer Bandscheibenoperation wieder fit. So ist Gesundheit alles, was sich Dorothea und Karl Nachbaur zum diamantenen Hochzeitsjubiläum wünschen. An ihrem großen Tag bleiben sie lieber zu Hause und freuen sich auf die Besuche der Kinder mit ihren Familien. KL

Glücklicher Hochzeitstag.
Glücklicher Hochzeitstag.