Afrikahilfe im Sinne Erwins fortführen

Vorarlberg / 15.04.2021 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andrea Reis führt die Arbeit ihres verstorbenen Mannes weiter. Die Mädchenschule in Malawi hat viele Vorarlberger Unterstützer.VN/Steurer
Andrea Reis führt die Arbeit ihres verstorbenen Mannes weiter. Die Mädchenschule in Malawi hat viele Vorarlberger Unterstützer.VN/Steurer

Andrea Reis, Witwe des Mister Gymnaestrada, ist die Obfrau des Malawi-Projekts Katete Girls School.

Dornbirn Gerne zeigt Andrea Reis (65) die Fotos aus Malawi. Von der Mädchenschule Katete, die nach der Grundschule nun auch eine Sekundarstufe umfasst und im armen afrikanischen Land über 1000 Mädchen eine Ausbildung ermöglicht sowie Zukunftsperspektiven gibt. Auf vielen dieser Fotos ist ihr Mann Erwin zu sehen: lachend, scherzend, interessiert. Der Mister Gymnaestrada, der 70-jährig nach kurzer schwerer Krankheit im vergangenen Dezember verstarb und in mehreren Vereinen und Gemeinschaften eine schwer zu schließende Lücke hinterließ.

Vorarlberger Spuren

Beim Patenprojekt Katete-School-Girls hat seine Frau Andrea die Führung übernommen. „Ich möchte das Projekt im Sinne von Erwin weiterführen. Er hat es mit großer Begeisterung betreut. Natürlich auch in Zusammenarbeit mit all den anderen Unterstützern. In Malawi haben Vorarlberger bereits vor Reis‘ Engagement ihre wohltätigen Spuren hinterlassen. Da ist zuerst Dr. Robert Spiegel, derzeit Corona-Impfkoordinator des Landes: Er engagierte sich aufopferungsvoll für die Errichtung der Krankenstation Malambo. Im Zuge dessen kamen Erwin und Andrea Reis mit der Schule in Katete in Berührung. Dort hatten auch schon der mittlerweile ebenfalls verstorbene Thomas Smodics sowie dessen Lehrerkollege Markus Fröhlich ein Patenschaftsprojekt initiiert. Das Ehepaar Reis brachte nach Smodics‘ Tod gemeinsam mit Fröhlich das Projekt wieder in Schwung.

Derzeit übernehmen 240 engagierte Vorarlberger für 250 Mädchen Patenschaften. Mit dem Betrag von 220 Euro pro Jahr wird so einem Mädchen das Schulgeld, Verpflegung und Unterkunft finanziert. „Erwin konnte dank seiner Beliebtheit sehr viele Paten mobilisieren. Er hat auch in Malawi bei vielen Menschen einen festen Platz in deren Herzen. Das Projekt war ihm immer sehr wichtig. Noch vor seinem Tod konnte ich ihm versichern, dass es weitergeht“, sagt die Witwe.

Der Kontakt mit den Mädchen aus Malawi entstand während der ersten Gymnaestrada vor 14 Jahren. Auch vor zwei Jahren war eine Gruppe der Schule in Vorarlberg.

Viele Vorhaben

Trotz der coronabedingten Absage der alljährlichen Reise einer Vorarlberger Delegation nach Malawi ist der Kontakt mit der Schule intensiv geblieben. Die von Vorarlberg gesponserten Aktivitäten werden von Beauftragten der Diözese Feldkirch begleitet. Finanziert wurden in letzter Zeit unter anderem FFP-2-Masken. Renovierungen des Schulgebäudes, schulische Anschaffungen für die Mädchen oder die Neubestückung des Spielplatzes sind weitere Projekte, die mit den Geldern aus Vorarlberg realisiert werden können.

Rein menschlich können es die neue Obfrau des Vereins sowie ihr Vize Markus Hämmerle und viele Unterstützer der Katete Girls School kaum erwarten, hoffentlich bald wieder dem guten Werk einen Besuch abstatten zu können. Corona hat den alljährlichen Besuch im letzten Jahr vereitelt. VN-HK

Infos über die Schule gibt es unter www.katete-girls-school.at. Spendenkonto: AT13 3742 0001 0270 1860. Auch unter der Telefonnummer 0664 1322558 gibt’s Auskünfte.