Bildung als elementare Grundlage

Vorarlberg / 15.04.2021 • 16:42 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Übernahme der Geschäftsleitung in Zeiten von Corona stelle eine besondere Herausforderung da.<span class="copyright">AK/Gorbach</span>
Die Übernahme der Geschäftsleitung in Zeiten von Corona stelle eine besondere Herausforderung da.AK/Gorbach

Horst Stürmer übernahm Anfang April die Geschäftsführung des BFI Vorarlberg.

Feldkirch Die hohen Arbeitslosenzahlen aufgrund der aktuellen Coronakrise zeigen deutlich auf, welch wichtige Faktoren hochwertige Weiterbildungen und fundierte Bildungsabschlüsse sind. Das BFI unterstützt mit einem breit gefächerten Angebot Menschen, die zielgerichtet ihre beruflichen Chancen in leistbaren Kursen und Lehrgängen erhöhen oder einen Bildungsabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen möchten. Mit 1. April übernimmt Horst Stürmer neu die Geschäftsleitung. Die VN-Heimat traf sich mit ihm zu einem Gespräch über die besonderen Herausforderungen in Zeiten von Corona.

Wie sieht Ihr zentraler Aufgabenbereich als BFI-Geschäftsführer aus?

STÜRMER Das BFI ist ein bestimmender und verlässlicher Partner in der Bildungslandschaft und hat einen breiten Anspruch, den ich stärken will. Es unterstützt Abschlüsse von der Hauptschule bis zur Hochschule und bietet leistbare Weiterbildung in Industrie, im Gesundheitsbereich sowie in Büro und Management. Und besonders wichtig ist mir, dass das BFI auch Angebote in der jetzigen Krise hat und den Vorarlbergern gezielte Angebote in einer schwierigen Situation macht.

Auf welche Erfahrungen können Sie als neuer Geschäftsführer zurückgreifen?

STÜRMER Ich habe für große österreichische und deutsche Bildungsanbieter gearbeitet und war vor allem für Programm, Strategie und Marketing verantwortlich. Zuletzt leitete ich beim internationalen Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer und in der Cornelsen Bildungsgruppe Marketing und Kommunikation. An meiner ersten Station in Deutschland war ich Prokurist bei Duden Paetec und davor Redaktionsleiter beim Österreichischen Bundesverlag in Wien.

Welches Anliegen hat für Sie derzeit die höchste Priorität?

STÜRMER Im Zentrum steht, die Menschen in der Coronakrise zu unterstützen. Daher hat ein schneller und unkomplizierter Zugang zu leistbarer Aus- und Weiterbildung oberste Priorität. Eine berufliche Perspektive zu schaffen, ist eine unmittelbare Anforderung. Außerdem zeigt das BFI mit seinen Angeboten, was für jede und jeden möglich ist in einem Umfeld der Digitalisierung und anderer Herausforderungen im Beruf und persönlichen Bereich.

Was bedeutet „Bildung“ für Sie – in einem weiten Sinn gesehen?

STÜRMER Bildung ist eine elementare Grundlage in unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Sie eröffnet die Welt und sie schafft Chancen für unser Leben und unser berufliches Fortkommen. Vor allem braucht sie Neugier und die richtigen Wegbegleiter.

Aus welchem Grund sind für Sie Bildungsabschlüsse ein ganz wesentlicher Aspekt Ihrer Arbeit?

STÜRMER Bildungsabschlüsse sind die Grundlage für Berufskarrieren und weitere Bildungsangebote, auch im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen. Das BFI hat den Anspruch, den Menschen dafür in unterschiedlichen Lebenssituationen die Chance zu geben. Der zweite Bildungsweg ist meist der anstrengendere, aber gerade die, die sich mit viel Eigenmotivation dafür entschieden haben, gilt es zu unterstützen.

Wird unter Ihrer Leitung das Bildungsangebot des BFI Vorarlberg erweitert?

STÜRMER Wir werden unsere Angebote gezielt erweitern, vor allem in den Lehr- und Bildungsabschlüssen, im Pflege- und im Gesundheitsbereich sowie bei den Sprachen. Wir stärken eine einfach zugängliche und flexible Basisbildung mit unseren Partnern und bieten hochwertige Lehrgänge für Management und neue Berufsfelder. Und wir haben mit dem „Digital Campus“ ein innovatives und führendes Angebot für die Arbeit in der digitalen Welt.

Mit den „Digital Studies“ hat das BFI in Vorarlberg ein Novum geschaffen. Wird dieser Bereich weiter ausgebaut? Wie sehen die bisherigen Erfahrungen damit aus?

STÜRMER Wir werden das Angebot für digitale Berufsfelder stark ausbauen. Der „Digital Campus“ steht für die zweite strategische Ausrichtung neben einer Stärkung des klassischen Weiter- und Ausbildungsangebots. Es gibt ein großes Interesse und eine beeindruckende Nachfrage nach dem hochqualitativen Studien- und Weiterbildungsprogramm der „Digital Studies“.

Werden aufgrund der aktuellen Situation Kooperationen wie beispielsweise mit dem AMS stärker genutzt?

STÜRMER Wir werden die Kooperationen vertiefen, um mit unseren Stärken die Bildungsangebote in Vorarlberg zukunftsgerichtet zu erweitern und an die veränderten Bedürfnisse anzupassen. Dies gilt insbesondere für das AMS in der Coronakrise. Für die enge Zusammenarbeit stehen unsere flexiblen Kursangebote, die an die FastLane Bildungsberatung anschließen, zur Verfügung. Dies ist eine Plattform, um schnell und effizient zu den passenden geförderten Kursen zu kommen.

Die aktuelle Krise ist auch für Kursanbieter sehr fordernd. In der Planung müssen wechselnde Öffnungsschritte und Lockdowns berücksichtigt werden. Das erfordert sehr viel Flexibilität – auch vonseiten Ihres Teams. Wie stehen Sie diesen Anforderungen gegenüber?

STÜRMER Mit Sicherheit verlangt die aktuelle Krise von allen sehr viel, auch von unseren Mitarbeitern. Selbstverständlich werden alle Vorgaben eingehalten, und ist es unser Anspruch, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Sicherheit für Ihr Team und auch die Kursteilnehmer spielt eine große Rolle. Welche Maßnahmen werden getroffen und wie sieht eine Adaptierung aus?

STÜRMER Im BFI werden konsequent FFP2-Masken getragen, dies gilt auch in den Kursräumen. Es gelten strenge Hygiene-Richtlinien und noch spezifische Regeln für die Kursräume. Wir beschäftigen uns mit Adaptionen, deren Umsetzung jedoch unmittelbar von der weiteren Entwicklung der Coronazahlen abhängt. BI