Das Internet als Triebfeder der Gewalt an den Schulen

Vorarlberg / 16.04.2021 • 19:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Gerhard Bargetz ist Präventionsbeamter der Polizei. VN/HB
Gerhard Bargetz ist Präventionsbeamter der Polizei. VN/HB

Gerhard Bargetz (55), Präventionsbeamter der Polizei, über die neuesten Phänomene bei Delikten.

Schwarzach Polizeieinsätze an Schulen kommen selten vor. Das stellt die Bildungsdirektion (BID) Vorarlberg fest. Wenn sie notwendig sind, dann nur, wenn Gewalt- und Bedrohungssituationen vorliegen und Lehrpersonen sowie Schulleitung mit Deeskalationsversuchen nicht mehr weiterkommen.

Gerhard Bargetz vom Bezirkspolizeikommando Feldkirch ist unter anderem Präventionsbeamter und mit der Situation bezüglich der Gewalt an Schulen bestens vertraut.

Cybermobbing und Sexting

Laut dem Experten haben sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor allem zwei Entwicklungen deutlich bemerkbar gemacht: „Wir stellen fest, dass sich das Internet unter den Schülern immer mehr zu einer Triebfeder zur Ausübung einer eigenen Dimension von Gewalt manifestiert. Ich meine damit etwa Cybermobbing oder das sogenannte Sexting (gegenseitiges Austauschen von Nacktfotos), aber auch der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen über die sozialen Medien“, beurteilt Bargetz die Situation in Vorarlberg. Dann gebe es da noch das Phänomen des „Happy Slapping“ (fröhliches Draufschlagen), das nach einer ruhigen Phase von mehreren Jahren wieder an Vorarlbergs Schulen und auch anderen Bildungsreinrichtungen verstärkt um sich greifen würde. Dabei handle es sich um das Verprügeln von Schulkameraden, das auf Video aufgezeichnet und im Netz verbreitet würde.

Die typische „Schulhofschlägerei“ hingegen habe sich laut dem Präventionsbeamten weitgehend verabschiedet.

Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung dieser Phänomene spiele auch die Corona-Pandemie. Aber dennoch: „Selbst durch die massiven Einschränkungen durch Corona hat sich das Verhalten der Jugendlichen generell als moderat erwiesen“, sagt Bargetz. VN-GS