Die Kirche am Weinberg

Vorarlberg / 16.04.2021 • 13:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Die Pfarrkirche zum heiligen Martin ist eine der ältesten Kirchen Vorarlbergs. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenste bauliche Veränderungen vorgenommen.<span class="copyright">Mäser</span></p>

Die Pfarrkirche zum heiligen Martin ist eine der ältesten Kirchen Vorarlbergs. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenste bauliche Veränderungen vorgenommen.Mäser

Oberhalb von Röthis liegt die denkmalgeschützte Pfarrkirche,
die dem heiligen Martin geweiht ist.

Röthis Laut Aufzeichnungen soll die Röthner Pfarre bereits seit dem 9. Jahrhundert selbstständig sein, denn bereits im Jahre 882 wurde urkundlich eine „ecclesia S. Martini in villa rautena“ als Eigenkirche des Königshofs erwähnt. Nur drei Jahre später, im Jahre 885, soll Karl der Dicke die Kirche von Röthis samt allen Liegenschaften, Gebäuden und Menschen an das Kloster St. Gallen verschenkt haben – mit der Auflage, dass in der Klosteranlage von Viktorsberg immer zwölf Pilgrime (damit sind wohl Mönche gemeint) beherbergt und verpflegt werden. Im Laufe der Jahre ging die Pfarrkirche aber wieder in den ursprünglichen Besitz über, und so erfolgte 1476 ein Neubau des Gotteshauses.

Laufend bauliche Erweiterungen

1657 wurde die Kirche erweitert und im Jahr 1740 renoviert. Zusätzliche Erweiterungen und eine Neugestaltung des Inneren gab es zwischen 1951 und 1968. In den Jahren von 1968 bis 1982 erfolgten um die Pfarrkirche archäologische Untersuchungen. Bei den Grabungen wurden Fundamente einer einschiffigen Vorgängerkirche parallel zum schräg eingebundenen gotischen Nordturm entdeckt.

Charakteristisch für die Pfarrkirche zum heiligen Martin ist neben dem schmalen, spitzen Turm ein an das Langhaus eingezogener gotischer Chor, gebaut vom Röthner Meister Rolle Maiger (1476), unter einem gemeinsamen Satteldach. Im Inneren sind noch Reste des alten gotischen Schmuckes zu sehen und die neueren barocken Fresken zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Martin. Die nördlich angebaute Sakristei und die Verlängerung des Langhauses stammen aus den Erweiterungen im Jahr 1967. Damit wurde die Kirche den Anforderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst.

<p class="caption">Erst im Vorjahr wurden im Innenraum der Kirche Restaurierungs- und Adaptierungsarbeiten vorgenommen. Beispielsweie wurden die Wände und die Decke trocken gereinigt.</p>

Erst im Vorjahr wurden im Innenraum der Kirche Restaurierungs- und Adaptierungsarbeiten vorgenommen. Beispielsweie wurden die Wände und die Decke trocken gereinigt.

Im vergangenen Jahr schließlich erhielt die St.-Martin-Kirche als eine der ältesten Kirchen Vorarlbergs eine „Frischekur“. Die Wände und die Decke wurden trocken gereinigt, die Fenster restauriert, eine kontrollierte Be- und Entlüftung installiert sowie Induktionsschleifen zur akustischen Verbesserung für Träger von Hörgeräten eingebaut.

Kirchennacht und Patrozinium

Kirchenpatron ist der heilige Martin von Tours. Dementsprechend wird das Patrozinium am Martinstag, dem 11. November, bzw. am darauffolgenden Sonntag gefeiert. Bereits davor, bei der Langen Nacht der Kirchen im Mai, dürfen sich Besucher ab 18.45 Uhr neben Kunst und Geschichte zur Pfarrkirche auch auf interessante Impulse und Betrachtungen freuen. MIMA

Programm in Röthis

Lange Nacht der Kirchen am 28. MAi

18.45 Uhr Musikalische Einstimmung

19 Uhr Pfarrcaritas – die Soziale Kraft der Pfarrgemeinden – Impulse von Thomas Hebenstreit mit musikalischer Umrahmung und meditativen Texten

19.45 Uhr Musikalischer Zwischenstopp

20 Uhr „Die Kirche am Weinberg“ – Kunst und Geschichte der Pfarrkirche zum hl. Martin mit Norbert Mähr

20.45 Uhr „Bild und Psalm“ – Meditative Bildbetrachtung

21.15 Uhr „Die Kirche am Weinberg“ – Kunst und Geschichte der Pfarrkirche zum hl. Martin mit Norbert Mähr

22 Uhr Musikalischer Ausklang