Ein Schulpsychologe am Wort

Vorarlberg / 16.04.2021 • 19:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Schulpsychologe am Wort

Wien Gewaltprävention ist vielschichtig, erklärt Gerhard Krötzl, Leiter der Abteilung für Schulpsychologie im Bildungsministerium. „Wir nähern uns dem Thema auf verschiedene Arten an. Wichtig ist, nicht nur physische, sondern auch psychische Gewalt zu berücksichtigen. Diese ist oft der Vorläufer der tatsächlichen Eskalation.“ Die Pädagogen müssten vorbereitet sein. Krötzl nennt Bereiche von Prävention bis Deeskalation.

Null Toleranz

An Schulen und Bildungseinrichtungen dürfe es für jegliche Form der Gewalt keine Toleranz geben. Das müsse in der Schulkultur fest verankert sein, wobei Lehrer eine zentrale Rolle spielten. Bereits in der Ausbildung kommen sie mit dem Thema in Berührung. Laut dem Direktor der pädagogischen Hochschule (PH) Vorarlberg, Gernot Brauchle, macht die Fort- und Weiterbildung aber den größeren Bereich aus. In regelmäßigen Abständen würden gemeinsam mit der Polizei Kurse zum Thema „Gewalt an Schulen“ angeboten. Die Nachfrage sei übers Land verstreut und gut. „Erfahrene Lehrer berichten über Problemlösungen. Von der Polizei kommen Trainer, die über Sicherheits- und Präventionsstrategien informieren.“ Es gehe um rechtliche, juristische, psychologische und pädagogische Aspekte.

Das Bildungsressort verweist darauf, dass auch Unterstützungskräfte von Sozialarbeitern bis Schulpsychologen im Einsatz seien. „Es gibt natürlich den Wunsch, dass hier aufgestockt wird. Besonders wichtig ist aber, dass wir die bestehenden Unterstützungen gut aufeinander abstimmen“, erklärt Krötzl. Auch mit dem 100-Schulen-Projekt könnten theoretisch Unterstützungskräfte aufgestockt werden. Im Zuge des Projekts wurden österreichweit 100 Brennpunktschulen identifiziert, die zusätzliches Geld erhalten, um auf ihre besonderen Herausforderungen besser reagieren zu können.

Polizeieinsätze an Schulen seien nichts Neues, die aber immer nur die Spitze des Eisbergs zeigten, sagt Krötzl. „Da geht es vermutlich um Gewaltvorkommen, die strafgesetzlich relevant sind.“ Wenn Eltern das Gefühl haben, dass ihr Kind unglücklich ist oder Probleme hat, sollten sie mit der Lehrkraft sprechen. Das könne man nicht oft genug sagen. VN-EBI

„Psychische Gewalt ist oft der Vorläufer der tatsächlichen Eskalation.“