Eindringlicher Appell für die Impfung

Vorarlberg / 16.04.2021 • 22:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Aus einer Sonderlieferung erhält Vorarlberg 40.000 Dosen.

Bregenz Dem Land gehen die Impfwilligen aus, und das ausgerechnet jetzt, wo Sonderlieferungen an Impfstoff ins Haus stehen. Derzeit sind rund 166.900 Personen für eine Covid-19-Schutzimpfung vorgemerkt, davon aber schon mehr als 86.000 erst- bzw. zweitgeimpft. Bis Ende dieser Woche wird die Zahl der Geimpften auf fast 100.000 steigen. Im Gegensatz dazu verlaufen die Vormerkungen zäh. Entsprechend nachdrücklich appellierten politische und Ärztevertreter am Freitag bei einer Pressekonferenz an die 50- bis 64-Jährigen, sich anzumelden. Landeshauptmann Markus Wallner sprach sogar von den „Chancenwochen des Impfens“.

Gleichzeitig wurde offiziell bekanntgegeben, dass ab der kommenden Woche auch niedergelassene Ärzte ins Impfgeschehen eingreifen (die VN berichteten). In fünf Pilotpraxen, die sich in Lech, im Klostertal, Montafon, Bregenzerwald und im Leiblachtal befinden, wird ab Mitte kommender Woche geimpft. Die Abwicklung erfolgt zentral, wie bei den Impfstraßen. Der Hauptweg werde weiterhin über diese führen, ist Ärztekammervizepräsident Burkhard Walla überzeugt.

Phase 3 startet noch im April

Nahezu alle Neuinfektionen sind inzwischen auf die ansteckendere britische Variante des Coroanvirus zurückzuführen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, müssen laut Landesrätin Martina Rüscher mindestens 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Über eine Erstimpfung verfügt ein Viertel, beide Impfungen haben knapp zehn Prozent erhalten. „Wir können im Mai alle über 50-Jährigen impfen, aber erst die Hälfte hat sich vormerken lassen“, verdeutlichte Rüscher. Mittlerweile ist die erste Impfphase abgeschlossen, die zweite fast. Noch in diesem Monat wird Phase 3 starten. Hier kommen Kategorisierungscodes zum Einsatz. Sie verhelfen tatsächlich zu einem früheren Impftermin. Diese Codes erhalten etwa Personen mit erforderlicher Reisetätigkeit, Krisenstäbe, Landes- und Gemeindebedienstete inklusive Bürgermeister sowie Personen mit Kundenkontakt.

Ein Großteil des Impfstoffs wird Rüscher zufolge für die Einladung aller vorgemerkten Personen absteigend nach Alter eingesetzt, ein kleinerer Teil fließt in die Abarbeitung der kategorisierten Gruppen. Sind die über 50-Jährigen geimpft, gehe es sofort weiter mit den vorgemerkten jüngeren Personen, kündigte die Landesrätin an. Aus der von BioNTech/Pfizer angekündigten Sonderlieferung erhält Vorarlberg 40.000 Dosen, 4400 davon sollen bereits in zehn Tagen eintreffen.

Ärztekammervizepräsident Burkhard Walla betonte einmal mehr die Wichtigkeit des Impfens. „Wir müssen impfen, denn einer von 100 stirbt an Covid.“ Nichtsdestotrotz gelte es, auch mit Impfreaktionen transparent umzugehen und die Patienten gut aufzuklären.

Werden Termine trotz Vorbehalten abgesagt, werden diese sofort wieder aufgefüllt. „Wir lassen keine Impfdose wegen einer Absage liegen“, betonte Landeshauptmann Markus Wallner. Wer absagt, werde neu eingeladen. Wallner: „Wir hinterfragen nicht zu sehr, warum sich jemand abmeldet. Wir müssen vielmehr beginnen, stärkere Impfaufklärung zu leisten, weil es mit den Anmeldungen schon Ende Mai kritisch werden könnte.“ VN-MM

Wir müssen impfen, aber auch bei den Impfreaktionen transparent sein.“