Landeshauptmann Wallner drängt auf Tempo beim “Grünen Pass”

Vorarlberg / 16.04.2021 • 12:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landeshauptmann Wallner drängt auf Tempo beim "Grünen Pass"
VLK/A. SERRA

LH Wallner traf Europaministerin Karoline Edtstadler für Arbeitsgespräch. Vorarlberger Regierungschef fordert Einführung in Österreich schon in zweiter Maihälfte – Als Impfanreiz und für den Tourismus.

Bregenz Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) drängt auf die rasche Einführung des “Grünen Passes”. Nach einem Austausch mit Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) am Freitag forderte Wallner einen innerösterreichischen Start bereits in der zweiten Maihälfte. “Ohne Impfpass wird’s schwierig im Tourismus”, so der Landeshauptmann. Zudem erhoffte er sich durch die damit verbundenen Vorteile einen Impfanreiz. Auf EU-Ebene sei der 1. Juli als Start in Aussicht gestellt.

Wallner begrüßte zudem bei der Pressekonferenz zum Vorarlberger Impfplan die vorzeitigen Lieferungen von Biontech/Pfizer. Er habe Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem Gespräch am Donnerstag erneut gebeten, sich auf allen Ebenen für rasche Lieferungen einzusetzen. Aus der vorgezogenen Liefermenge erhalte Vorarlberg 40.000 Dosen. Man gehe weiter vom Eintreffen größerer Lieferungen in den kommenden Wochen aus, auf diese sei man sehr gut vorbereitet. Daher müsse sich die Bevölkerung nun rasch anmelden, vor allem die Über-50-Jährigen. Denn nun kämen “Chancenwochen des Impfens”.

“Es steht einiges auf dem Spiel”, so der Landeshauptmann mit Verweis auf die Modellregion-Öffnungen. Derzeit wolle “uns das niemand ausreden”, aber es liege auch in der Eigenverantwortung Vorarlbergs, die Zahlen nicht explodieren zu lassen. Er hoffe darauf, ohne weiteren Lockdown durchzukommen, “gelaufen ist die Sache nicht”, warnte Wallner.

Mit den erwarteten nun größer werdenden Lieferungen gehen dem Vormerksystem aber laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) die Impfwilligen aus: Derzeit sind von den 332.000 Impfberechtigten rund 85.000 zumindest einmal geimpft. Insgesamt haben sich 166.600 Personen angemeldet, also nur etwa 50 Prozent. Bis Ende Mai könnten die derzeitigen Vormerkungen damit bereits so gut wie abgearbeitet sein. Man wolle daher nun vor allem auch die Jüngeren zu einer Anmeldung bewegen, so Rüscher. Erreichen will man die Bevölkerung über die Impfkampagne, über Mundpropaganda und die Hausärzte. Auch in Vorarlberg liege der Anteil der britischen Variante nun bei nahezu 100 Prozent, daher brauche man für eine Herdenimmunität eine Durchimpfung praktisch aller Vorarlberger Impfberechtigten, betonte Rüscher.

Noch im April werde man im Impfplan Phase 2 abschließen, in der die Über-65-Jährigen, Personen aus Gesundheitsberufen, Pädagogen sowie Rettungs- und Einsatzkräfte drankamen. Die Über-60-Jährigen könnten sich auf eine Impfeinladung im April einstellen, im Mai lade man dann die Über-50-Jährigen ein, so Rüscher. Erst die Hälfte dieser Altersgruppe sei aber schon angemeldet, sagte Rüscher. In Phase 3 kommen dann über sogenannte “Kategorisierungscodes” zudem die Krisenstäbe der Gemeinden – also auch die Bürgermeister – an die Reihe, ebenso wie Personen mit grenzüberschreitender beruflicher Reisetätigkeit, mit viel Kundenkontakt und Personen aus der öffentlichen Verwaltung. Man impfe aber weiterhin großteils nach Alter, betonte Rüscher.

Dass sich zunehmend Schweizer und Liechtensteiner in Vorarlberg gratis testen lassen, weil sie hier offenbar rascher Termine bekommen, sah Rüscher pragmatisch. “Das Virus macht vor den Grenzen keinen Halt”, sagte sie. Das Epidemiegesetz richte sich nach dem Aufenthaltsort, nicht nach dem Wohnort. Bei einem guten Grund zu einem Aufenthalt in Vorarlberg sei es ihr jedenfalls lieber, die Einreisenden seien getestet. Eine Einreise rein zum Zweck eines Tests sei rechtlich allerdings nicht erlaubt und auch strafbar, betonte sie. Man habe daher an den Grenzen die Kontrollen verschärft.