„Hunger nach Kultur größer denn je“

Vorarlberg / 18.04.2021 • 18:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ausstellung von Ioannis Malegiannakis und Sarah Bechter in der Galerie allerArt ging am Samstag zu Ende. SCO
Die Ausstellung von Ioannis Malegiannakis und Sarah Bechter in der Galerie allerArt ging am Samstag zu Ende. SCO

Ausstellung von Sarah Bechter und Ioannis Malegiannakis verzeichnet großen Besucherandrang.

Bludenz Was in der Malerei gegenwärtig möglich ist, zeigten bis zuletzt die aus Vorarlberg stammende Künstlerin Sarah Bechter und der griechische Künstler Ioannis Malegiannakis in der Galerie allerArt Bludenz. Die Ausstellung, die am Samstag zu Ende ging, trug den Titel „Upsetting the proportions of your ambience“.

Bechter und Malegiannakis haben sich erst kennengelernt, nachdem sie von Manfred Egender, Kurator der Galerie, eingeladen worden waren. „Online habe ich mir Malereien von Ioannis angeschaut. Dann sind wir in den Austausch gegangen. Wir haben sowohl Fotos von Arbeiten hin und her geschickt als auch Begrifflichkeiten, was uns inhaltlich und thematisch beschäftigt“, erzählte Sarah Bechter. Sie bat ihren Berufskollegen um fünf Stichwörter, die für ihn und seine Arbeit wichtig sind, um Schnittstellen festzustellen; darunter befanden sich auch Atmosphäre und Ambiente. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Ausstellung entschieden sich beide – „weil wir doch recht konträr sind“ –, den Raum zu teilen. „Wir machen eine Trennung und gleichzeitig einen Dialog“, berichtete Malegiannakis begeistert. „Ein subtiles Bekenntnis, dass noch eine andere Position da ist“, ergänzte Bechter.

Die neuen Bilder der aus dem Bregenzerwald stammenden Künstlerin vereinen in sich zugleich Gemälde, selbstreflektierendes Motiv und Eigenreferenz. „In der Intention Bechters soll die Malerei nichts als sich selbst zeigen und auf ihre Materialität verweisen“, so die Galerie allerArt in ihrem Pressetext. Die ausgestellten Gemälde von Sarah Bechter und Ioannis Malegiannakis zeigten eines deutlich: „Auch in der modernen Malerei ist handwerkliche Meisterschaft nicht von Nachteil“, meinte allerArt-Obmann Wolfgang Maurer. „Betrachtet man die ausgestellten Bilder von Ioannis Malegiannakis, so entwickeln sie nach kurzer Zeit einen Sog, der an die Filme von David Lynch erinnert: Das Mysteriöse ‚kriecht‘ aus den dunklen Farbflächen und macht den Betrachtenden deutlich, dass es unter der rationalen Oberfläche noch etwas anderes gibt.“

Sich selbst ein Bild gemacht

Andrea Bickel vom künstlerischen Betriebsbüro empfand die Ausstellung als „sehr stimmig“. Der Verein allerArt konnte sich während der Ausstellungswochen über einen großen Besucherandrang freuen. „Das zeigt, dass der Hunger nach und die Freude über Kultur größer denn je sind“, teilte Bickel auf Anfrage mit. Unter den Ausstellungsbesuchern befanden sich Persönlichkeiten wie Kulturstadtrat Cenk Dogan, die Kunstschaffenden Christine Lederer, Alfred Graf (ehemaliger allerArt-Kurator) und Michael Mittermayer, weiters Kurator Erwin Buttazoni, Joachim Weixlbaumer und Martina Lehner. SCO