Ein runder Geburtstag und Verstöße gegen die Quarantänevorschriften

Vorarlberg / 19.04.2021 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Familienfest in Lingenau gilt als Auslöser für den aktuellen Cluster, der in zwischenzeitlich 13 Familien ausgestreut hat.VN/KH
Ein Familienfest in Lingenau gilt als Auslöser für den aktuellen Cluster, der in zwischenzeitlich 13 Familien ausgestreut hat.VN/KH

Coronaausbruch hat Ursprung bei Familienfest in Lingenau.

Lingenau Es war eine Feier im Familienkreis. Ein runder Geburtstag in Lingenau um die Osterfeiertage gilt jetzt als Ursprung der mittlerweile stark steigenden Coronazahlen im Bregenzerwald. Der 1500-Einwohner-Ort und seine Nachbargemeinden sind innerhalb weniger Wochen zum Corona-Problemgebiet geworden. Beim privaten Treffen dürften Coronaregeln missachtet worden sein. Im Landhaus wurde ein Cluster ausgemacht, der sich zwischenzeitlich auf mehr als ein Dutzend Familien in der Umgebung ausgebreitet hat. Die Infektionszahlen sind zuletzt jedenfalls im gesamten Gebiet kräftig in die Höhe geschnellt.

Dass sich das Virus auch im bäuerlichen Umfeld rasch ausbreiten konnte, dürfte mit der Missachtung von Quarantänevorschriften zusammenhängen. Darauf jedenfalls lassen VN-Recherchen schließen. Mehrere Quellen berichten davon, dass jener positiv getestete Jubilar trotz Absonderungsbescheid einer nebenberuflichen Tätigkeit nachgegangen war, die ihn auf Bauernhöfe in der Gemeinde führten. Bei diesem Nebenjob soll es zu weiteren Ansteckungen gekommen sein, so die übereinstimmenden Berichte.

Für den Betroffenen könnte das weitreichende Konsequenzen haben, wie eine Anfrage bei der Bezirkshauptmannschaft ergibt. „Wenn jemand trotz Absonderungsbescheid unter die Leute geht, dann wird das eine Sache für die Gerichte“, beschreibt Feldkirchs Bezirkshauptmann Herbert Burtscher, ohne auf den konkreten Fall einzugehen. Burtscher, der im Zusammenhang mit Corona für alle Bezirkshauptmannschaften spricht, beruft sich auf das Epidemiegesetz. Darin heißt es etwa, wer vorsätzlich so handle, dass eine solche Krankheit unter Menschen verbreitet werden könnte, könne eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ausfassen. Selbst im Falle einer lediglich fahrlässigen Vorgehensweise droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe von bis zu 720 Tagessätzen.

Im Falle des Lingenauer Coronaausbruchs sind jetzt jedenfalls die Behörden am Zug. VN-Mig, RAU

„Wenn jemand trotz Absonderungsbescheid unter die Leute geht, dann ist das eine Sache für die Gerichte.“