Einstige Freunde nun als Gegner vor Gericht

Vorarlberg / 19.04.2021 • 22:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gegen den 40-jährigen Angeklagten steht vor Gericht der Vorwurf des schweren Betrugs im Raum. ECKERT
Gegen den 40-jährigen Angeklagten steht vor Gericht der Vorwurf des schweren Betrugs im Raum. ECKERT

Angeklagter soll Bekannten um 47.700 Euro geprellt haben.

feldkirch Die beiden Männer kennen sich seit vielen Jahren, sie waren auch privat oft gemeinsam unterwegs. Doch nun steht ein schwerer Betrug im Raum, es geht um angeblich geliehenes Geld, das entweder viel zu spät oder gar nicht zurückgegeben wurde – auch darum, dass es dem Angeklagten bereits im Moment des sich Ausleihens klar war, dass er es nicht korrekt zurückbezahlen können werde.

In Summe 46.700 Euro. Am Landesgericht Feldkirch ist zunächst der 40-jährige Angeklagte am Zug, seine Sicht der Dinge zu schildern.

Schillerndes Leben

Der mehrfache Vater ist nur zeitweise in Vorarlberg, den Rest der Zeit verbringt er in einem der reichsten Länder der Welt. Er hat dort angeblich eine Firma gegründet, von der ihm nur mehr 20 Prozent gehören. Bei angeblichen 800.000 Euro Firmenkapital. Doch einst machte er Geschäfte mit einem Mann aus Lettland. „Diesem Mann hat mein Mandant Geld geliehen, Geld, das er bis heute nicht zurückbekommen hat“, so Verteidiger Thomas Raneburger. Das seien 126.000 Euro gewesen, die bis heute nicht zurückgezahlt wurden. Diese offene Summe sei unter anderem schuld für verspätete Rückzahlungen. Bei einem anderen Betrag, hier geht es um 9000 Euro, kann sich der Angeklagte nicht erinnern, wofür ihm dieser Betrag überwiesen wurde. Der einstige Freund nennt es Darlehen und sagt, das Geld wurde nicht zurückbezahlt.

Ein anderer Punkt betrifft Zahlungen an einen Investor, der im Geschäftsleben offenbar nicht so erfolgreich war wie erhofft. Der 40-Jährige und auch sein ehemaliger guter Bekannter investierten offenbar bei dem Dritten Geld. Unter anderem für eine Immobilie. Doch die Investitionen gingen in die Hose, die zwei fühlten sich geprellt, und der Angeklagte ermunterte den Bekannten, das Geld, um das sie angeblich geprellt wurden, im Prozesswege zurückzuholen. „60.000 bis 70.000 Euro habe ich an Prozessfinanzierung hingelegt“, so der Beschuldigte. Die insgesamt 18.500 Euro, die sein Freund beigesteuert habe, seien ebenfalls für Anwaltskosten verwendet worden.

Prozess vertagt

Das sei aber so abgesprochen gewesen. „Zeitweise stand mir das Wasser bis zum Hals, und es drohten Exekutionen“, räumt der Mann ein. Der Prozess wurde vertagt, das angebliche Betrugsopfer sowie weitere Zeugen müssen noch vor Gericht befragt werden. EC