An Corona gewachsen

Vorarlberg / 20.04.2021 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schulen sind geschlossen, an Homeschooling nicht zu denken. „Elijah“ stellt Sozialzentren zur Verfügung.
Schulen sind geschlossen, an Homeschooling nicht zu denken. „Elijah“ stellt Sozialzentren zur Verfügung.

Georg Sporschill und Ruth Zenkert haben mit „Elijah“ mehr denn je zu tun.

SCHWARZACH Georg Sporschill und Ruth Zenkert sind erleichtert. Unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie haben der 74-jährige Jesuitenpater und die Leiterin des Sozialprojektes Elijah damals gemeint, im rumänischen Siebenbürgen alles zusperren zu müssen. Die beiden sind zwar vorübergehend nach Wien ausgewichen, seit vergangenem Sommer aber längst wieder vor Ort bei den Roma, mit denen sie zusammenleben.

Vieles hat sich überraschend entwickelt: Junge Helferinnen und Helfer sorgten in ihrer Abwesenheit dafür, dass die Sozialarbeit weiterging. Dringend gefragt waren unter anderem Lebensmittelpakete. Auch der Bau von Wohnhäusern und das Leben auf einem eigenen Bauernhof ging ebenso weiter wie die Beschäftigung in einer Bäckerei und in den Werkstätten. Seit einigen Wochen sind Sporschill und Zenkert zudem gegen Covid-19 geimpft.

Tablets für den Online-Unterricht

Von einer Rückkehr zur Normalität kann aber noch keine Rede sein. Corona ist nach wie vor präsent, wie Zenkert berichtet: „Vor allem Jüngere sind davon betroffen, die Spitäler, die nicht so gut ausgerüstet sind wie die in Österreich, sind überfordert.“ In Dörfern gibt es Ausgangsbeschränkungen, Schulen sind geschlossen. „Damit haben wir mehr Arbeit bekommen“, so die 59-Jährige: Ursprünglich hätten die Gemeinden Tablets für den Online-Unterricht verteilt; viele seien nicht lange ganz geblieben. Umso wichtiger ist es, dass es in den Sozialzentren von „Elijah“ betreutes Lernen gibt. Kinder seien ebenso froh darüber wie Lehrer und Direktoren. Zu Hause würden die Buben und Mädchen zurückbleiben – in den kleinen Häusern, in denen sie mit zahlreichen Familienangehörigen leben, ist an „Homeschooling“ nicht zu denken. Im November hatten Zenkert und Sporschill einen prominenten Gast: Die stellvertretende Ministerpräsidentin von Rumänien, Raluca Turcan, war zu Besuch. Zurückgeblieben ist die Hoffnung, eine neue Mitkämpferin gewonnen zu haben. Zu tun gibt es viel, „Elijah“ wächst, hat mittlerweile schon Projekte in sieben Gemeinden laufen. Das ursprüngliche Hauptgebäude in Hosman wird gerade in ein Kinderhaus umgewidmet.

Sobald es die Pandemie zulässt, sollen aus Österreich auch wieder mehr Volontäre sowie, ab Sommer, zwei Zivildiener, kommen können. „Unser Glück ist, dass wir schon in den vergangenen Jahren ein starkes Team vor Ort aufgebaut haben, sodass alle Verantwortung in rumänischen Händen liegen kann“, so Zenkert. Das hat sich zuletzt bewährt. Gewachsen sei zudem die Verbindung mit Unterstützern, wie Russ-Preisträger Sporschill rückblickend betont: „Es ist ein großes Glück, dass wir Schwieriges und Schönes mit unseren Freunden teilen dürfen. Da hat uns das Jahr 2020 mit der großen Bedrohung mehr denn je spüren lassen.“

„Es ist ein großes Glück, Schwieriges und Schönes mit unseren Freunden teilen zu dürfen.

Hoher Besuch bei Sporschill (l.), Zenkert (Mitte) und Mitarbeitern: Vizeregierungschefin Raluca Turcan (2.v.l.). Elijah
Hoher Besuch bei Sporschill (l.), Zenkert (Mitte) und Mitarbeitern: Vizeregierungschefin Raluca Turcan (2.v.l.). Elijah
Im Lockdown versorgen Mitarbeiter von „Elijah“ die Menschen mit dem Nötigsten.
Im Lockdown versorgen Mitarbeiter von „Elijah“ die Menschen mit dem Nötigsten.

Spenden für „Verein Elijah, Soziale Werke“: BTV, IBAN: AT66 1630 0001 3019 8724