The Heimat erwachte früher als 2020 aus dem Winterschlaf

Vorarlberg / 20.04.2021 • 16:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bergseitig des großen Neubaukomplexes wurde mit dem Bau eines weiteren Gebäudetrakts begonnen. <span class="copyright">stp/3</span>
Bergseitig des großen Neubaukomplexes wurde mit dem Bau eines weiteren Gebäudetrakts begonnen. stp/3

Auf Neßlegg ist noch tiefster Winter, trotzdem wird am Megaprojekt bereits seit Wochen weitergebaut.

Schröcken Corona hat mit den massiven Einschränkungen vor allem den Tourismus schwer getroffen – und trifft ihn seit fast einem halben Jahr immer noch. Aber es gibt für die Branche auch ganz wenige positive Auswirkungen: Bauprojekte, für die in den hochalpinen Regionen üblicherweise bis Saisonende Winterpause gilt, konnten heuer wesentlich früher in Angriff genommen werden, weil ja auf die (ausgefallene) Saison keine Rücksicht genommen werden musste.

Großer Baufortschritt

Am Hochtannberg trifft diese etwa auf die Jägeralpe in Warth zu, bei der die im Vorjahr vorgesehene, dann aber auf heuer verschobene neuerliche Modernisierung des im Kern in den späten 1960er-Jahren errichteten Stammhauses in Angriff genommen wurde. Die Obergeschosse dieses Gebäudeteils wurden bereits abgerissen und sollen durch einen Neubau ersetzt werden. Gleichzeitig wird der Unterbau modernisiert.

Jede Menge Baustellen

Nicht nur eine Baustelle gibt es beim größten jemals in der Region umgesetzten Tourismusprojekt, dem Megavorhaben in Schröcken-Neßlegg, wo es auf dem insgesamt rund eineinhalb Hektar großen Areal buchstäblich an jeder Ecke Baustellen gibt.

» An den bereits im Vorjahr unter Dach gebrachten Objekten hat nun auch der Innenausbau schon begonnen

» Auch an der Fassade wird gearbeitet

» bergseitig des Neubaus wird ein weiterer Trakt hochgezogen

» ebenso entsteht talseitig des Stammhauses, dem ehemaligen Hotel Widderstein, eine Erweiterung.

» Das alte Hotelgebäude wird innen komplett ausgehöhlt und neu strukturiert

» Eine Aufwertung erfahren die Häuser Höfer und Auenfeld, die aber eigenständig bleiben.

„Im Vorjahr“, so Schröckens Bürgermeister Herbert Schwarzmann, „hat Corona dazu geführt, dass die Arbeiten nach der Winterpause erst Ende Mai wieder aufgenommen werden konnten“.

Es gab Verzögerungen, die jedoch im Sommer und Herbst wieder aufgeholt werden konnten. Zudem konnte – das ist in dieser Höhenlage nicht immer so – wegen eines relativ späten Wintereinbruchs mit der Winterpause lange zugewartet werden. Deshalb konnte auch Ende 2020 ein weiterer großer Gebäudetrakt „unter Dach“ gebracht werden.

„Heuer“, so der Gemeindechef, „sind die Handwerker schon wesentlich früher auf die Baustelle gekommen und sorgen dafür, dass der Zeitplan mehr als eingehalten wird.“ Bereits im März wurde auf der gesamten Baustelle wieder gearbeitet und in der Gemeinde ist man zuversichtlich, dass dieses Megavorhaben, in das insgesamt fast 60 Millionen Euro investiert werden, zum geplanten Termin 2022 bezugsfertig sein wird.

Breitgefächerte Nutzung

Errichtet werden – inklusive des modernisierten Bestands – insgesamt 135 Hotelzimmer und 40 Appartements, die zum Kauf angeboten werden. Es stehen 23 Wohnungen mit sechs Wochen Eigennutzung pro Jahr, 14 Wohnungen mit acht Wochen Eigennutzung und drei voll gewidmete Ferienwohnungen zur Verfügung, welche völlig frei und ohne Vermietungsverpflichtung genutzt werden können. Die Wohnungen mit der achtwöchigen Eigennutzung wandeln sich nach 20 Jahren in voll gewidmete Ferienwohnungen um. Laut Homepage sind rund zwei Drittel davon bereits verkauft.

Hotel soll Projekt „beleben“

Trotz der vielen Appartements sieht man in der Gemeinde Schröcken die Gefahr „kalter Betten“ sehr entspannt, denn das Gesamtpaket mit dem Hotelbetrieb sollte für „Leben“ sorgen. Neben den 135 Zimmern gibt es nämlich auch viel Infrastruktur wie beispielsweise zwei Restaurants (auch für Tagesgäste) mit internationalen Köchen, mehr als 1000 Quadratmeter-Indoor Wellnessarea mit Dampfbad, Sauna und Infrarotkabinen sowie ein Panorama-Pool. STP

<p class="caption">Seit März, und damit gut einen Monat früher als dies ohne Corona möglich gewesen wäre, sind die Handwerker auf Nesslegg wieder an der Arbeit.</p><p class="caption"/>

Seit März, und damit gut einen Monat früher als dies ohne Corona möglich gewesen wäre, sind die Handwerker auf Nesslegg wieder an der Arbeit.

Das Stammhaus (ehemals Hotel Widderstein) wird nicht nur modernisiert, sondern straßenseitig auch mit einem Erweiterungsbau versehen. <span class="copyright">STP/3</span>
Das Stammhaus (ehemals Hotel Widderstein) wird nicht nur modernisiert, sondern straßenseitig auch mit einem Erweiterungsbau versehen. STP/3