18-Kilometer-Flucht endete in Radin

Vorarlberg / 21.04.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
18-Kilometer-Flucht endete in Radin
Oswald Wachter (Bezirkspolizeikommando Bludenz) und Polizeisprecherin Susanne Dilp bei der Übergabe des Preises an Sandra Martin.  POLIZEI

Sicherheitspreisträgerin Sandra Martin (39) kombinierte schnell und lieferte den entscheidenden Hinweis.

Bludenz „Der Mann kam aus der Richtung des Bachs, zudem war er für diese Jahreszeit viel zu leicht bekleidet. Das hat mich stutzig gemacht. Es hat einfach vieles nicht zusammengepasst“, erinnert sich Sandra Martin an den kalten Wintertag im Februar des Vorjahrs zurück. Dass besagter Mann nach einem missglückten Einbruchsversuch im 18 Kilometer entfernten Schruns zu Fuß nach Radin geflüchtet war, konnte Martin zu dieser Zeit natürlich nicht wissen.

18 Kilometer zu Fuß

Gemeinsam mit zwei weiteren Tätern hatte sich der Mann Zutritt zu einem Hotel in Schruns verschafft. Da die Alarmanlage aktiviert war, ergriff die Bande die Flucht. Im frischen Schnee hinterließ das Trio jedoch eindeutige Spuren, weshalb die eintreffenden Beamten leicht die Verfolgung aufnehmen konnten. Daraufhin trennten sich die Flüchtigen und versuchten im Bachbett der Ill, in anderen Bächen und im Wald ihre Spuren zu verwischen. Einer der Täter gelangte dabei bis nach Radin.

Aufgrund der Flucht war er erschöpft und seine Kleidung durchnässt und schmutzig. „Wir wohnen in einer Sackgasse und er kam aus der falschen Richtung“, schildert Sandra Martin die Begegnung mit dem Fremden. Noch suspekter wurde ihr der Mann, als er sie nach dem Bahnhof fragte. „Als ich ihm sagte, dass es in Radin keinen Bahnhof gibt, wollte er wissen, wo die nächste Bushaltestelle ist. Ich fragte, in welche Richtung er müsse, worauf er meinte, dass die Richtung egal sei“, erzählt sie, dass ihr Misstrauen nun endgültig geweckt war.

Genaue Personenbeschreibung

Wie es der Zufall wollte, musste auch ihre Tochter gerade auf den Bus. Die 39-Jährige begleitete sie dorthin und konnte dabei das auffällige Verhalten des Mannes weiter beobachten. Daraufhin verständigte die Kellnerin die Polizei Bludenz. Dank der genauen Personenbeschreibung und dem Hinweis, dass der Mann nach einer Bushaltestelle gefragt hatte, konnte dieser kurze Zeit später, zwar nicht mehr an der Bushaltestelle, wohl aber in einem Linienbus aufgegriffen und schließlich festgenommen werden.

Zahlreiche Verbrechen

Die folgenden Ermittlungen ergaben, dass der Mann einer international agierenden Tätergruppierung angehörte, die in den Jahren 2015 bis 2020 an zahlreichen Einbruchsdiebstählen vorwiegend in Hotels in Österreich und Deutschland beteiligt gewesen war. Insgesamt konnten dem einschlägig Vorbestraften 14 vollendete und acht versuchte Einbruchsdiebstähle nachgewiesen werden.