560 mal Nein zu Nasenbohren

Vorarlberg / 21.04.2021 • 20:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für die Kinder scheint der „Nasenbohrertest“ kein Problem zu sein. VN
Für die Kinder scheint der „Nasenbohrertest“ kein Problem zu sein. VN

1,2 Prozent aller Schüler verweigern in Vorarlberg immer noch die Antigentests.

Bregenz Die Anordnung ist eindeutig. Jene Kinder, die sich nicht an den Antigentests in den Schulen beteiligen, dürfen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. In Vorarlberg sind das laut Bildungsdirektion derzeit 560 Kinder und Jugendliche: 1,2 Prozent aller rund 49.000 Schülerinnen und Schüler – die Berufsschüler nicht miteingerechnet. Österreichweit verweigert sich ein Prozent aller Schüler dem vorbeugenden Nasenbohren. Es sind in den meisten Fällen freilich die Eltern, die das Testen ihrer Kinder in den Schulen nicht erlauben.

Die Testverweigerer waren ursprünglich doppelt so viele. „In Kalenderwoche sieben zählten wir noch über tausend, zwei Wochen später hat sich die Zahl auf das heutige Niveau reduziert“, berichtet Elisabeth Mettauer-Stubler (39), Kommunikationsleiterin der Bildungsdirektion Vorarlberg.

Diejenigen, die bis jetzt standhaft blieben, seien jedoch schwer zu einem Umdenken zu bewegen. Monika Steurer (56), Qualitätsmanagerin in der Schulregion Nord, hat viel Erfahrung mit solchen Eltern. „Die meisten wollen gehört werden und ringen um Verständnis für ihre Position. Man merkt: Sie machen es sich nicht leicht, äußern ihre Bedenken.“

Die Fundamentalisten

Es sei gelungen, die Hälfte der ursprünglichen Skeptiker zu überzeugen. Doch es gebe auch Fundamentalisten. „Ich habe mir auch schon Dinge unter der Gürtellinie anhören müssen“, erzählt Steurer. „Das darf mich aber nicht davon abhalten, stets um gute Lösungen bemüht zu sein. Auch im Sinne eines adäquaten Bildungsangebots für nicht anwesende Kinder.“ Es gebe Pädagogen, die würden Schulstunden mit ihren Präsenzschüler filmen, damit Abwesende dem Unterricht zu Hause dem Unterricht folgen können. „Das kann man natürlich nicht prinzipiell von Lehrerinnen und Lehrern verlangen. Auch sind es die Pädagogen, die entscheiden müssen, ob die nicht in der Schule anwesenden Kinder eine Feststellungsprüfung abzulegen haben oder ob es andere Möglichkeiten der Leistungsbeurteilung gibt“, erläutert Steurer.

Dialog nicht immer möglich

Elisabeth Mettauer-Stubler glaubt mittlerweile zu erkennen, wann man mit Eltern überhaupt in eine Diskussion treten kann und wann nicht. „Es gibt einige wenige, denen es nur darum geht, ihre festgefahrenen Standpunkte darzulegen. Da ist eine Diskussion sinnlos.“ Die zwei Hauptstandpunkte der fundamentalen Testgegner: Die Schulverbannung der sich nicht testen lassenden Kinder ist rechtswidrig, und die Tests selber sind gesundheitsgefährdend. Vom Ministerium haben die Bildungsdirektionen Argumentationshilfen im Umgang mit diesen Eltern erhalten. „Da sind viele Fragen-Antworten enthalten, die wir in einem Dialog gut brauchen können.“ Sofern eine Diskussion überhaupt möglich sei.

„Ich habe mir auch schon Dinge anhören, müssen, die waren unter der Gürtellinie.“