Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität

Vorarlberg / 21.04.2021 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität
Geändertes Mobilitätsverhalten: Immer mehr entdecken das Fahrrad als optimales und umweltfreundliches Verkehrsmittel. VOL.AT/MAYER

Mobilitätspreiswettbewerb geht in die nächste Runde.

Bregenz Die Coronakrise hat auch in der Mobilität Spuren hinterlassen. Europäische Länder stellen sich die Mobilitätsfrage neu. Großstädte streichen Tausende Parkplätze und bauen stattdessen Radwege aus. Die EU hat ihre Klimaziele nachgeschärft. „Der Aufbruch in eine neue Mobilität ist in der Breite angekommen“, erklärte Landesrat Johannes Rauch beim Auftakt des VCÖ-Mobilitätspreises Vorarlberg. Jetzt schon müsse ein Angebot geschaffen werden, um in Zukunft das Interesse bedienen zu können. „Wir wollen damit signalisieren, dass es sicher, attraktiv und schnell ist, verschiedene Mobilitätsformen zu nutzen“, fasste Rauch zusammen. Deswegen legt das Land großen Wert auf eine gute Verzahnung der unterschiedlichen, umweltfreundlichen Mobilitätsformen. Bahn, Bus und Rad müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Digitalisierung, Automatisierung, E-Mobilität und Sharing werden den Verkehrsbereich vor große Herausforderungen stellen. Eine Energiewende und eine Verkehrswende seien nötig, um die Klimaziele erreichen zu können.

Verschiedene Transformationsprozesse

VCÖ-Experte Michael Schwendinger bestätigte mit Zahlen, dass Verkehr und Mobilität von einem Wandel betroffen sind. Bereits mehr als 3000 Pkw fahren in Vorarlberg ausschließlich mit Strom, in den kommenden Jahren wird sich die Zahl vervielfachen. „Die Gesamtzahl der Diesel-Pkw in Vorarlberg ist im Vorjahr zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, die Zahl der E-Pkw ist um ein Drittel gestiegen“, führte Schwendinger aus. Neben der Veränderung hin zu emissionsfreien Antrieben gibt es noch weitere Transformationsprozesse. Die Coronakrise hat die Digitalisierung stark beschleunigt, was einen Beitrag zur Verkehrsvermeidung leisten kann. Videokonferenzen können in Zukunft viele Dienstreisen ersetzen, verstärktes Homeoffice kann Autopendlerfahrten reduzieren.

„Wir legen großen Wert auf eine gute Verzahnung von Bahn, Bus und Rad.“

Johannes Rauch, Mobilitätslandesrat

Durch den E-Fahrradboom könnte der Radverkehrsanteil in Vorarlberg angehoben werden. „Vorarlberg war mit 16 Prozent Radverkehrsanteil bereits vor der Covid-19-Pandemie Österreichs Radfahrchampion, ein Radverkehrsanteil von deutlich über 20 Prozent ist schon kurzfristig erreichbar“, so Schwendinger.

Mobilitätsangebote

Car-Sharing und multimodale Mobilitätsdienstleistungen werden in den kommenden Jahren deutlich zulegen. Sie werden der Bevölkerung ein umfassendes Mobilitätsangebot bieten, ohne ein eigenes Auto besitzen zu müssen. Um die Klimaziele erreichen zu können, ist zudem ein starkes Comeback des Öffentlichen Verkehrs wichtig. Es gehe in Zukunft immer mehr darum, den Fahrgästen komplette Mobilitätskette von Tür zu Tür anzubieten, erklärte Harald Schreyer, Projektleiter der ÖBB Infrastruktur AG. „Wir wollen beispielsweise unseren Kunden mit Fahrradboxen eine Lösung für die letzte Meile anbieten.“

Welche Projekte sind gefragt?

Innovative Konzepte, passend zu den vielen Veränderungen im Verkehrsbereich, sind also gefragt. Beispielsweise können Projekte eingereicht werden, die es der Bevölkerung erleichtern, Alltagswege aktiv zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen oder Projekte, die das öffentliche Verkehrsangebot verbessern. Auch Projekte für eine verkehrssparende Raumordnung und Siedlungsentwicklung sowie emissionsfreie Zustelldienste und Transportlösungen sind beim VCÖ-Mobilitätspreis gesucht. Am VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg können Unternehmen, Start-ups, Gemeinden, Städte und Bezirke, Schulen, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen, Vereine, Studierende und Initiativen teilnehmen. Auch Privatpersonen können ihre Ideen noch bis zum 10. Juni einreichen.

Einreichunterlagen und Informationen zum VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg gibt es unter www.vcoe.at. Die Einreichungen werden von einer Fachjury bewertet.