“Die EU hat noch zu viele Barrieren”

Vorarlberg / 22.04.2021 • 19:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mit Schuldzuweisungen seien Probleme nicht zu lösen, ist Karas überzeugt.
Mit Schuldzuweisungen seien Probleme nicht zu lösen, ist Karas überzeugt.

Othmar Karas will mit Bürgerinnen und Bürgern ein visionäres Zukunftsprogramm für die EU gestalten.

Schwarzach, Brüssel Die Europäische Union hat derzeit mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Die Bekämpfung der Coronakrise steht nach wie vor an oberster Stelle und zuletzt dominierte der Streit um die Impfstoff-Verteilung innerhalb der EU die Schlagzeilen. Entscheidend für Othmar Karas, Vizepräsident des europäischen Parlaments, sei, dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werde: „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern wie wir miteinander besser werden. Wir waren nicht fit genug, was die Zuständigkeiten, den politischen Willen und den Umgang mit der Krise betrifft“, räumte Karas am Donnerstagabend bei „Vorarlberg live“ ein. Die EU hätte noch zu viele Barrieren, zu viele Eitelkeiten, zu viel Schuldzuweisung und zu wenig offensiven politischen Willen, um Blockaden aufzulösen. Die aus der Coronapandemie resultierenden vielfältigen Probleme gelte es neben den aktuellen Herausforderungen bereits jetzt anzugehen, und zwar gemeinschaftlich, so Karas. Ehrlichkeit, Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Zusammenarbeit seien die Antwort auf die Erfahrungen der Vergangenheit.

Positiv stimmt Karas die baldige Impfstoff-Zulassung des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac, die abgeschlossenen Impfverträge über die nächsten drei Jahre mit 1,8 Milliarden Impfdosen oder dass bereits 50 Impfstoff-Produktionsstätten in der EU in Betrieb sind. „Bis Mitte Juli sollen 70 Prozent aller Europäerinnen und Europäer geimpft sein“, nannte Othmar Karas bei „Vorarlberg live“ ein weiteres Beispiel für den Erfolg der EU im Kampf gegen die Pandemie. Für den Europapolitiker steht außerdem fest, dass das Projekt Europa ein Projekt der Bürgerinnen und Bürger werden muss.