Pflegeheime sollen auch ihren Social-Media-Auftritt pflegen

Vorarlberg / 22.04.2021 • 18:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Wettbewerb um Fachpersonal wird vor allem in der Pflege immer härter. Deshalb gilt es, neue Rekrutierungsschienen aufzugleisen.heinrich spöttl
Der Wettbewerb um Fachpersonal wird vor allem in der Pflege immer härter. Deshalb gilt es, neue Rekrutierungsschienen aufzugleisen.heinrich spöttl

Soziale Netzwerke sind bei Mitarbeiterrekrutierung laut einer Studie inzwischen unabdingbar.

Dornbirn Employer Branding: Laien müssen bei diesem Begriff wohl erst das Internet bemühen, um seine Bedeutung zu verstehen. Und was sagt die Suchmaschine? Employer Branding ist eine unternehmensstrategische Maßnahme, bei der Konzepte aus dem Marketing angewandt werden, um ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Bewerbern auf dem Arbeitsmarkt positiv abzuheben.

Gutes Zeugnis

Das schafft offenbar die landeseigene Pflegegesellschaft Benevit. Eine Studie der FH Kufstein bescheinigt ihr jedenfalls eine sehr gute Stellung in diesem Bereich. Das gemeinnützige Unternehmen habe einige nutzstiftende Eigenschaften, die für Angestellte sowie potenziell zukünftige Mitarbeitende attraktive Anreize darstellen. Als Beispiele werden eine partizipative und transparente Kommunikationskultur, Mitsprache bei der Dienstplangestaltung sowie Weiterbildungsprogramme und Qualitätsentwicklung genannt.

Um diese auch jungen Menschen und Wiedereinsteigern besser nahezubringen, seien jedoch verstärkte Investitionen in Webauftritte und Soziale Medien nötig. Der Wettbewerb um Fachkräfte im Pflegebereich ist groß. Hauptgründe sind der steigende Bedarf durch eine älter werdende Bevölkerung sowie das hohe Durchschnittsalter der Belegschaft in den Pflegeheimen. Allerdings will laut Befragungen nur ein einstelliger Prozentsatz von Absolventen der Diplomausbildung in die Langzeitpflege, wobei für diese Zielgruppe wichtige Faktoren als nicht sehr attraktiv angesehen werden. Dazu gehören etwa Karrierechancen, die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung, Ausstattung mit ausreichend Personal sowie die Work-Life-Balance. Um diesen teils negativen Vorstellungen entgegenzuwirken, empfehlen die Autoren der Studie auch Pflegeheimen, vor allem die digitale Kommunikation zu verstärken. So könnten Mitarbeitende auf Sozialen Medien positive Geschichten erzählen.

Fokus auf angesagte Kanäle

Bereits in den ersten Phasen einer Stellensuche ist die Kommunikation in Sozialen Medien auch für Pflegeheime unverzichtbar. Fokussiert werden sollte auf einige wenige Zielgruppen, wie junge Menschen oder Absolventen einer Fachausbildung sowie Wiedereinsteiger und dementsprechend angesagte digitale Kanäle. Benevit sieht sich mit ihrer bereits in Umsetzung befindlichen Strategie durch die Studie bestätigt: „Die Ergebnisse der Projektarbeit sind für uns sehr aufschlussreich. Sie zeigen, dass die stationäre Pflege und Betreuung viel stärker auf digitale Kanäle setzen muss. Auch die im Projektbericht dargestellten Empfehlungen helfen uns sehr“, sind sich Geschäftsführerin Carmen Helbok-Föger und Geschäftsführer Thomas Scharwitzl einig. Die Studie wurde im Auftrag der Benevit in Kooperation mit Peter Vogler vom Institut für Partizipation und Analyse erstellt. VN-MM

„Die Ergebnisse der Projektarbeit sind für uns sehr aufschlussreich und wertvoll.“

Pflegeheime sollen auch ihren Social-Media-Auftritt pflegen