550 Kilometer für „echte“ Menschen

Vorarlberg / 23.04.2021 • 16:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. VN/JUN

Die drei steirischen Musketiere wanderten von Graz nach Bludenz, nur, um endlich wieder auftreten zu können.

Bludenz Man muss nur einen Fuß vor den anderen setzen und so das Beste aus der momentanen Situation machen. Gut, bei Martin Kosch (Kabarettist), Paul Sommersguter (Zauberkünstler) und Michael Großschädl (Musiker) waren es gleich 35.000 Schritte am Tag, aber das tat ihrem Motto „Ein kleiner Schritt für uns, ein großer für die Kulturszene“ keinen Abbruch – im Gegenteil. Fernsehsender und Zeitungen wurden auf sie aufmerksam und berichteten über ihre Reise von Graz nach Bludenz, weshalb auch aus ursprünglichen 550 Kilometern 570 Kilometer Fußmarsch wurden – den Medien geschuldet. Solche Anekdoten waren Teil des Bühnenprogramms „Der lange Weg zur Bühne“, das die drei am Donnerstagabend in der Remise aufführten.

Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. VN/JUN

Gemeinsam mit ihrem Manager und Lastenradfahrer Andi Peichl, der schlappe 185 Kilogramm Gewicht mit sich zog, ging die Truppe am 1. April (kein Aprilscherz) von Graz aus los und betrat drei Wochen später Vorarlberger Boden, um endlich wieder vor „echten Menschen“ auftreten zu können. „Die ersten fünf Tage hat der Körper massiv rebelliert. Am sechsten Tag sind die Schmerzen nicht mehr schlimmer geworden, am siebten Tag wurde es besser und am achten Tag schaltete der Körper auf Autopilot um“, beschreibt Sommersguter die qualvolle Anfangszeit, in der die Füße mit Blasen übersät waren. Denn alle vier sind zwar sportlich, haben aber keine Weitwandererfahrung. „Man braucht mentale Stärke und Ausdauer“, sagt der Zauberkünstler. So lernten sich die Männer auf ihrer Dienstreise auch besser kennen, und das, obwohl sie schon seit zehn Jahren zusammen auf der Bühne stehen.

Während der Show radelte Andi Peichl ununterbrochen.
Während der Show radelte Andi Peichl ununterbrochen.
Drei Steirische Musketiere aus Graz bei ihrem Auftritt "Der lange Weg zur Bühne" in der Remise.
Drei Steirische Musketiere aus Graz bei ihrem Auftritt "Der lange Weg zur Bühne" in der Remise.

Auf ihrem Weg erlebten die Künstler viele „coole Momente“, berichtet Paul Sommersguter, wie zum Beispiel in Innsbruck, wo Bischof Hermann Glettler sie zu einer privaten Messe einlud. „Das Projekt hat uns so viel Kraft und Motivation gegeben“, schwärmt er, auch wenn die vier in den drei Wochen jede Variante des Wetters erwischt haben – April eben. Besonders anspruchsvoll waren die beiden Pass-Etappen. „Wir sind bei Sonnenschein losgegangen. Oben am Pass Thurn hatten wir dann Wind und Schneefall gehabt“, erinnert sich Michael Großschädl. Vor allem die Etappe Schladming-Radstadt sei aufgrund von 20 Zentimetern Neuschnee sehr schwierig gewesen, weshalb Andi Peichl sein Rad mehrere Kilometer lang schieben musste, ergänzt Martin Kosch, dessen Idee es war, den Fußmarsch quer durchs Land anzutreten. Zu guter Letzt mussten die Wanderer noch den Pass über den Arlberg überwinden, doch eines haben sie auf ihrer Reise gelernt: „Der Weg ist das Ziel.“ Zurück geht es mit dem Zug, getreu nach dem Motto: „Genieße das Leben in vollen Zügen.“ VN-JUN

Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Die drei Musketiere Martin Kosch, Paul Sommersguter, und Michael Großschädl sowie Lastenradfahrer Andi Peichl sind nach drei Wochen und 550 Kilometern am Mittwoch in Bludenz angekommen und hatten am Donnerstag in der Remise ihren Auftritt. VN/JUN