Satteins offiziell Teil der Energieelite

Vorarlberg / 23.04.2021 • 15:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Gert Mayer mit Heinrich Jussel, Leiter des Satteinser e5-Teams. Matthias Rhomberg
Bürgermeister Gert Mayer mit Heinrich Jussel, Leiter des Satteinser e5-Teams. Matthias Rhomberg

Gemeinde unterschreibt Beitritt zum e5-Landesprogramm.

Satteins „Das Wichtigste ist, dass wir die Grundgedanken des e5-Programms in den Köpfen der Menschen verankern und so unser aller tägliches Leben energiebewusst verbessern können“, formuliert Bürgermeister Gert Mayer das grundlegende Ziel, das dem Beitritt von Satteins zum e5-Programm zugrunde liegt. Neben dieser Leitlinie ist bereits die konkrete Umsetzung hin zur ersten Zertifizierung am Laufen.

So wurde in den Planungen für die Sanierung der Mittelschule der e5-Ansatz bereits mit eingebunden. Man setzt hier auf eine Photovoltaikanlage und eine Biomasseheizung, die neben der Schule auch das Vereinshaus, die Polizei und den Bauhof mit Wärme versorgen wird und dann insgesamt drei Gasheizungen ersetzen soll. Dieses Heizsystem ist für Satteins als waldreiche Gemeinde geradezu ideal. So ist das Brennmaterial nicht nur ökologisch verträglich, sondern stammt darüber hinaus aus den eigenen Wäldern.

Pragmatischer Zugang zu e5

Ebenfalls wurde bereits eine e5-Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese ist vorerst noch politisch besetzt – es herrscht dort aber das freie Spiel der Kräfte und kein Fraktionendenken –, im Laufe der Zeit soll das e5-Team dann aber nach und nach aus den Reihen der Bevölkerung gebildet werden, sprich mit Menschen abseits der Politik besetzt werden. Bis dahin sei laut Bürgermeister Mayer die überparteiliche Arbeit wichtig.

Die Leitung des Satteinser e5-Teams wird Heinrich Jussel übernehmen. Mayer geht das e5-Projekt durchaus pragmatisch an: Neben dem überregionalen Austausch in der Regio Walgau, die das Klar-Projekt verwaltet, will das Gemeindeoberhaupt gute Ideen von anderen Gemeinden kopieren und sich bei seinen Amtskollegen Tipps für mögliche Förderungen holen. Als jemand, der vor seiner Bürgermeistertätigkeit im Bereich Wirtschaft gearbeitet hat, hat es sich Mayer zudem auf die Fahnen geheftet, die kommunalen Unternehmen mit ins Boot zu holen und weitere Firmen, die den e5-Weg mit beschreiten möchten, in der Gemeinde anzusiedeln.

Kein Wettbewerb, sondern Aufgabe

Festzuhalten ist auch, dass Satteins schon bisher in Sachen Umwelt- und Klimaschutz alles andere als untätig war. So konnte bereits über ein Bürgerbeteiligungsmodell eine Photovoltaikanlage auf dem „neuen Doktorhaus“ verwirklicht werden, welche nun jährlich 13.000 Kilowattstunden Ökostrom liefert. Die Straßenbeleuchtung wurde schon auf energieeffiziente LED-Lampen umgestellt, wodurch sich der Stromverbrauch halbiert hat.

In spätestens drei Jahren erfolgt dann die erste externe Zertifizierung und die erste Bewertung mit den – analog zu Hotelsternen ausgeführten – maximal erreichbaren fünf „e“. Hierzu hält Bürgermeister Mayer schon jetzt fest: „Mir geht es nicht um einen Wettbewerb um eine Auszeichnung, sondern um eine Aufgabe für uns alle – für unsere Zukunft.“ CEG

Bürgermeister Gert Mayer mit Heinrich Jussel, Leiter des Satteinser e5-Teams. Matthias Rhomberg
Bürgermeister Gert Mayer mit Heinrich Jussel, Leiter des Satteinser e5-Teams. Matthias Rhomberg

e5-programm

50 Gemeinden in Vorarlberg sind Mitglied des e5-Programms

86 Prozent der Bevölkerung und damit mehr als 430.000 Vorarlberger leben in e5-Gemeinden

477 Teammitglieder sind in den e5-Netzwerken der Gemeinden integriert 500 größere Projekte werden in etwa in den e5-Gemeinden jährlich zur Umsetzung der Zielsetzung der Energieautonomie 2050 initiiert und umgesetzt

153 „e“ konnten bisher vergeben
werden (Stand 2020)

9 Gemeinden konnten bereits die Höchstzahl von fünf „e“ erreichen: Zwischenwasser, Mäder, Wolfurt, Langenegg, Feldkirch, Hittisau, Götzis, Dornbirn und das Große Walsertal