Trend geht in die falsche Richtung

Vorarlberg / 23.04.2021 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich angestiegen.  APA
In Vorarlberg ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich angestiegen.  APA

Erstmals seit Jänner Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen.

schwarzach Gerüchte, wonach eine Überschreitung von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zu Beschränkungen führten könnten, hatte Vorarlberg bereits in den letzten Tagen zurückgewiesen. Insofern ist genau das gestern ohne Folgen geblieben: Von der staatlichen Gesundheitsagentur AGES wurde für das Land eine Inzidenz von 205 ausgewiesen. Das ist der höchste Wert seit mehr als einem Vierteljahr. Zuletzt hatte er sich Anfang Jänner vorübergehend auf diesem Niveau befunden. Mitte März betrug er 58. Vorarlberg entwickelt sich damit gegen einen bundesweiten Trend: Seit der Karwoche, also seit Ende März, Anfang April, ist die dritte Infektionswelle der Coronapandemie in Österreich deutlich zurückgegangen. Die Inzidenz ist von 260 auf 183 gesunken.

Ausschlaggebend dafür waren die Entwicklungen in der Ostregion: In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sah man sich aufgrund extrem hoher Fallzahlen zu einem Lockdown gezwungen. Spitäler waren an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Bundeshauptstadt verzeichnete mit bis zu 245 Intensivpatienten so viele wie noch nie. Ergebnis der Beschränkungen: In Wien ist die Inzidenz von 350 auf 209 zurückgegangen und die Zahl der Intensivpatienten auf 191. Ähnlich waren die Entwicklungen in der übrigen Ostregion. Auch in Salzburg ist es zu einer Entspannung gekommen. Hier ist die Inzidenz von rund 300 vor einem Monat auf 197 gesunken. Das ist insofern bemerkenswert, als dies ohne Lockdown zustande gekommen ist. Allein Maßnahmen wie Ausreisetests, etwa für das Gasteinertal, führten zum Erfolg.

Die nach Bundesländern höchste Inzidenz vor Vorarlberg und Wien hat Tirol mit 213. Hier wird das Infektionsgeschehen durch eine sogenannte Fluchtmutation der britischen Variante befeuert. Das bestätigte der Virologe Andreas Bergthaler gestern im Ö1-Morgenjournal. Das Problem ist, dass diese Mutation schwerer zu bekämpfen ist. Laut Bergthaler kann sich eine Person damit infizieren, auch wenn sie bereits geimpft ist oder eine Infektion durchlaufen hat. JOH