Zum Impfen ins Dorf

Vorarlberg / 23.04.2021 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Lesen vertreibt sich Silvia Gantschacher die Zeit nach dem Impfen.
Mit Lesen vertreibt sich Silvia Gantschacher die Zeit nach dem Impfen.

Leiblachtalsaal bestand Feuertaufe auch als Impfordination.

Hörbranz Vor noch nicht allzu langer Zeit strömten tagelang die Testwilligen in den Leiblachtalsaal in Hörbranz. Grund war ein massiver Coronaausbruch in der Region. Jetzt hat er auch seine Feuertaufe als Impfordination bestanden. Statt in der Praxis zu impfen, nutzte Gemeindearzt Arno Trplan die Infrastruktur der Teststation. 100 Personen hatten für den Freitag eine Impfeinladung beim Hausarzt bekommen und alle zeigten sich froh darüber, zum Impfen ins Dorf gehen zu können. „Ich bin auch für regionale Strukturen“, sagt Trplan mit einem Lächeln und Augenzwinkern, ehe er in der nächsten Koje verschwindet, um eine weitere Covid-19-Schutzimpfung zu verabreichen.

Schnell angemeldet

Es ist ein warmer und sonniger Tag. Geduldig warten die zur Impfung eingeladenen Personen vor dem großen Tor. Um Punkt 14 Uhr öffnet es sich. Geordnet auch der Anstieg in den ersten Stock, wo schon alles angerichtet ist. Man hält Abstand und alle notwendigen Dokumente bereit. Silvia Gantschacher (57) hat sich noch am gleichen Tag, als die Vormerkplattform in Betrieb ging, angemeldet. Harald Schuh (57) gehörte auch zu den Schnellen. Dass sie bis April auf die Impfung warten mussten, nehmen sie gelassen. „Eigentlich ist es ja doch relativ rasch gegangen“, stellt Gantschacher für sich fest. Der Gemeindearzt hat an diesem Tag nur das Vakzin von AstraZeneca im Programm.

Harald Schuh zuckt mit den Schultern: „Unkraut vergeht nicht.“ Auch Silvia Gantschacher stört sich nicht daran. Ihnen ist es wichtig, geimpft zu werden und das im Dorf erledigen zu können.

Alles läuft Hand in Hand

Bürgermeister Andreas Kresser, der auf einen Sprung vorbeischaut, freut sich ebenfalls, der Bevölkerung dieses Angebot machen zu können. In diesem Zusammenhang hebt er besonders die Initiative von Arno Trplan hervor, die das ermöglicht habe. Kresser wirft einen kurzen Blick zurück in jene hektischen Tage, als das Coronavirus im Leiblachtal seine Kreise zog. „Auch da hat unser Gemeindearzt enormen Einsatz gezeigt“, merkt der Bürgermeister dankbar an. Trplan eilt derweil zwischen den Kojen hin und her, um die Spritzen zu setzen, die seine Assistentin, Andrea Tschohl gekonnt nach und nach aufzieht. 26 Jahre Erfahrung in diesem Metier sind nicht zu leugnen. Als Ärztin für den Notfall ist Barbara Baiereder eingeteilt. Nur dastehen und warten will sie aber nicht und macht sich deshalb als Zuweiserin nützlich. So läuft alles Hand in Hand.

Nach drei Stunden ist die erste Hausarzt-Impfung im Leiblachtal beendet. Ob es eine weitere Impfrunde auf dieser Basis geben wird, muss sich erst weisen. Arno Trplan wäre jedenfalls dafür, allein schon der regionalen Strukturen wegen. VN-MM

Andrea Tschohl zog Spritzen auf, Arno Trplan sorgte für die Impfung bei Harald Schuh.vn/rp
Andrea Tschohl zog Spritzen auf, Arno Trplan sorgte für die Impfung bei Harald Schuh.vn/rp
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