5G am Mobiltelefon: Das kann es und wer es braucht

Vorarlberg / 26.04.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
5G am Mobiltelefon: Das kann es und wer es braucht
AFP

Inzwischen werben immer mehr Mobiltelefonhersteller und Mobiltarife mit 5G. Wir erklären, was es bringt.

Schwarzach Wer sich derzeit nach einem neuen Mobiltelefon umschaut, bemerkt vor allem eines: 5G wird zum Aushängeschild der neuen Handygeneration. Doch bieten viele Hersteller nun meist zwei Versionen an: eine günstigere LTE-Version und die etwas teurere 5G-Version.

Was ist 5G? Der Mobilfunkstandard 5G ist der Nachfolger von LTE, auch 4G genannt. Die Umrüstung ist eine zwingende Notwendigkeit: Alle 18 Monate verdoppelt sich die Datenmenge, die das Mobilfunknetz bewältigen muss. Mit bis zu 10 Gbit pro Sekunde ist es in der Theorie zehnmal leistungsfähiger als LTE, sowohl was die Anzahl der unterstützten Verbindungen als auch die Datengeschwindigkeit betrifft.

Wie weit ist 5G? A1 betonte erst diese Woche, dass knapp jeder zweite Österreicher durch das 5G-Netz erfasst sei. Allein heuer gingen 1000 der 1500 Antennen in Betrieb. Noch sind die Verträge teurer als jene für LTE, mit nur leicht schnellerer Downloadgeschwindigkeit. Noch liegt der Fokus auf den urbanen Gebieten wie dem Rheintal. “Dank dem Commitment 2023 wird man auch im ländlichen Raum bald spüren, dass da 5G ist”, betont Gregor Wagner vom Forum Mobilkommunikation. Bis dahin soll 5G in Österreich flächendeckend verfügbar sein, bis spätestens 2025 sei mit einer Vollversorgung zu rechnen. Rupp erwartet in absehbarer Zeit Verbindungen mit dem Fünffachen der bisherigen Leistung. Wagner stößt ins selbe Horn: “Mit der zunehmenden Zahl an Stationen wird sich auch die Geschwindigkeit rasant verbessern.”

Die Karte der Regulierungsbehörde RTR zeigt für ganz Österreich die Netzabdeckung und die im Median erreichbaren Verbindungsgeschwindigkeiten: https://www.netztest.at/en/Karte

Geht es nicht auch ohne 5G? Da aber immer mehr Geräte auf das Internet angewiesen sind, verlangt das “Internet der Dinge” nach 5G, da es mehr Geräte unterstützt. Dies fängt allein schon bei Fahrzeugen ab, die zur Verbesserung der Sicherheit in Echtzeit untereinander kommunizieren könnten, oder bei neuen Kommunikationsplattformen in Krankenwagen. “Alles, was sich bewegen soll, kann man nicht an ein Glasfaserkabel anschließen”, betont Wagner. 5G und Glasfaserkabel gehen dabei Hand in Hand: Die 5G-Masten sind auf Glasfaser angewiesen, um die Bandbreiten liefern zu können.

Antworten der Technischen Universität Wien zu häufigen Fragen rund um 5G:

https://www.nt.tuwien.ac.at/5g-internet-of-things/5g-technologie/

Wer braucht 5G? “Jeder, der das Mobilgerät nicht nur zum Telefonieren verwendet”, bringt es Markus Rupp, Professor für Signalverarbeitung an der TU Wien, auf den Punkt. Schließlich versprechen die Datenraten Videos in Kinoqualität unterwegs, sobald der Ausbau entsprechende Datenmengen erlaubt.

Da Österreich das Land der Web-Cubes ist, läge der Vorteil auch zu Hause: Mit einem 5G-Cube können mehr Geräte im Haus mit leistungsstarkem Internet versorgt werden als mit einem LTE-Cube, betont Wagner. Auch die Anwendungen, ob am Mobiltelefon oder zu Hause, werden immer mehr Bandbreite anfordern, wie die vergangene Entwicklung zeigt.

Ab wann lohnt sich 5G? “Das ist derzeit vor allem Geschmackssache, ob man zu den Ersten gehören will”, räumt Wagner ein. Er empfiehlt jedoch grundsätzlich, bei der Anschaffung eines neuen Gerätes 5G im Blick zu behalten, auch wenn man noch auf einen entsprechenden Vertrag vielleicht verzichten mag. “In fünf Jahren werden wir schon von 6G sprechen”, ist Rupp überzeugt. An den TU Österreichs forscht man bereits an der dafür nötigen Technologie.