„Ab-Hof Wieselburg“ bescherte Vorarlberg wahren Goldregen

Vorarlberg / 26.04.2021 • 17:49 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Stolz präsentieren Daniela und Martin Metzler aus Andelsbuch das Goldene Kasermandl und die Medaillen, die sie in Wieselburg erringen konnten.
Stolz präsentieren Daniela und Martin Metzler aus Andelsbuch das Goldene Kasermandl und die Medaillen, die sie in Wieselburg erringen konnten.

Allein Wälder Senner heimsten zwei goldene Kasermandln und 45 Goldmedaillen ein.

wieselburg Die traditionelle Wieselburger Messe, Österreichs wichtigste Plattform für Ab-Hof-Produzenten, musste coronabedingt leider abgesagt werden, die Prämierung landwirtschaftlicher Produkte fand dessen ungeachtet statt und verzeichnete auch unter schwierigen Bedingungen einen riesigen Erfolg: Unter dem Motto „Landwirtschaftliche Direktvermarktung – ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft“ wurden von über 1500 Produzentinnen und Produzenten in Summe knapp 5500 Produkte eingereicht.

Käse sind Ländle-Domäne

Die Einreichungen wurden in zehn Kategorien bewertet, wobei die Vorarlberger Einreicher einmal mehr ihre Ausnahmestellung in der Kategorie Käse unterstrichen. In dieser Kategorie gab es vom Frischkäse über Hartkäse, Butter und Joghurt bis zu Produkten aus Schaf- und Ziegenmilch insgesamt in 15 Untergruppen das begehrte Kasermandl.

Drei davon gingen nach Vorarlberg:

• Die Dorfsennerei Schlins-Röns eroberte die Trophäe mit einem Bergkäse

• Die Sennerei Doren-Huban heimste ein Kasermandl für seine Butter ein

• Und das dritte Kasermandl ging an die Andelsbucher Meistersennerin Daniela Metzler, die sich längst einen fixen Platz in einem von Sennern dominierten Metier erarbeitet hat.

Premiere in der Königsklasse

Das Kasermandl in der Kategorie Hartkäse, der „Königsklasse“, feierte dabei bei der 22. Wieselburger Prämierung eine Premiere: Erstmals trug sich eine Sennerin an der Spitze in die Siegerliste ein. Daniela Metzler gab im Gespräch mit der VN Heimat „einen Teil dieses Erfolgs“ an ihren Gatten Martin weiter, denn „es ist Teamarbeit, ich senne, Martin pflegt den Käse dann während der Reifung. Erst so wird der Käse ein Spitzenprodukt.“

Stolze Liste von Auszeichnungen

Die beiden betreiben einen Talbetrieb in Andelsbuch, von Mai bis September zieht es sie jedoch auf die Alpe. Seit acht Jahren ist Ostergunten im Schönebachertal im Sommer ihre Heimat. Dort wurde auch der Käse hergestellt, der jetzt in Wieselburg mit dem Kasermandl geadelt wurde. Vorläufiger Höhepunkt in einer stolzen Liste von Auszeichnungen – u. a. mehrfach Goldene Sennerharfen bei der Käseolympiade in Galtür oder Gold in Schwarzenberg. Ländle-Teilnehmer schlugen sich in Wieselburg auch in anderen Kategorien hervorragend. Allen voran der Montafoner Jungimker Simon Erhart, dem das Kunststück gelang, den Titel „Imker des Jahres“ erfolgreich zu verteidigen.

Gold für Wolfurter Brenner

Erfolge gab es auch für Vorarlbergs Brenner – in den Kategorien Goldenes Stamperl und Goldene Birne errang der Wolfurter Anton Oberhauser gleich zwei goldene Auszeichnungen für seinen Weichselbrand und den Brand von der Wahlschen Schnapsbirne. Sein Krumbacher Kollege Elmar Brunn wurde für seinen Rum-Kokos-Likör „vergoldet“.

Mit Nischenprodukten punkten

Vorarlbergs Teilnehmer konnten sich auch in für das Ländle ausgefallenen Kategorien hervortun. So eroberte unter anderem „Die kleine Farm“ in Langen am Arlberg für die Buchweizen-Muscheln einen „Pasta-Kaiser“ und die Familie Liesbeth Fritz aus Warth mit dem Rindfleisch nach Bündnerart einen „Speck-Kaiser“.

Vorarlberger Domäne ist und bleibt jedoch – wie erwähnt – der Käse und andere Milchprodukte, für die in Wieselburg schon zum 22. Mal die begehrten goldenen Kasermandln vergeben wurden. Die Verleihung der Kasermandln stand vor mehr als 20 Jahren am Beginn der Prämierungen im Rahmen der Wieselburger Ab-Hof-Messe. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Kategorien dazu, sodass heuer trotz der erschwerten Rahmenbedingungen in zehn Kategorien mehr als 5500 Produkte eingereicht wurden.

Zehnmal Gold für Langenegg

Christoph Schwarzmann von der Sennerei Langenegg ist eine Bank, wenn es um Spitzenplätze geht – in Schwarzenberg holte er
beispielsweise dreimal hintereinander die Siegerglocke und in Wieselburg schaffte er 2019 (2020 wurde die Prämierung abgesagt) acht Gold- und drei Silbermedaillen, diesmal legte er noch einen drauf und kam mit zehn Goldenen nach Hause.

Insgesamt „24 Goldhamster“

In den verschiedenen Unterkategorien beim Käse gab es insgesamt 24 Vorarlberger „Goldhamster“, die zusammen 61 goldene Medaillen holten. Wie erwähnt gingen zehn davon nach Langenegg, weiters wurden fünf Einreichungen der Sennerei Schlins-Röns vergoldet, je vier von den Sennereien Schnifis, Schoppernau und Alpenkäse Bregenzerwald. Je dreimal Gold heimsten die Sennereien Sibratsgfäll und Lingenau sowie Ulrike Hofer aus Lustenau und der Mooshof von Mathias Greber ein. Doppeltes Gold gab es für Hilkat, Daniela Metzler und Gebhard Metzler aus Andelsbuch sowie die Sennereien Schnepfau, Doren-Huban, Riefensberg und Hittisau.

Und weitere Goldmedaillen

Je eine Goldmedaille errangen die Alpsenner Tobias Nigsch, Alfons Moosmann, Tobias Flatz, Tobias Schweizer und Alois Moosbrugger sowie die Sennereien Lutzenreuthe und Hinteregg. Ebenso brachten Mario und Bettina König aus Wolfurt eine Goldmedaille mit nach Hause. Abgerundet wurde das hervorragende Ergebnis durch 17 Silber und vier Bronzemedaillen.

Mit insgesamt 45 Gold-, elf Silber- und vier Bronzemedaillen entfiel dabei der Löwenanteil auf den Bregenzerwald. stp

Seit Jahren sehr erfolgreich: Christoph Schwarzmann von der Dorfsennerei Langenegg.<span class="copyright">stp/2</span>
Seit Jahren sehr erfolgreich: Christoph Schwarzmann von der Dorfsennerei Langenegg.stp/2