Der Herr der Pinselburg

Vorarlberg / 27.04.2021 • 16:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Blick von einem Weiher auf den First, ein Bild von Alfons Luger. <span class="media-container dcx_media_tab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="tab"> </span> <span class="copyright">Stadtmuseum/-archiv (2)</span>
Blick von einem Weiher auf den First, ein Bild von Alfons Luger.   Stadtmuseum/-archiv (2)

Alfons Luger inspirierte seine Verbundenheit mit der Heimat.

Dornbirn Wohl kaum ein Künstler hat seine Heimat in so fesselnden und eindrucksvollen Bildern festgehalten wie der am 1. August 1869 geborene Alfons Luger. Als Sohn des im Weppach eine kleine Handweberei betreibenden Peter Luger stand Alfons der Malerei schon als Kind sehr nahe. Nach dem Besuch der Realschule in Dornbirn lernte er bei seinem Bruder Engelbert, der von 1910 bis 1926 Bürgermeister von Dornbirn war, das Malerhandwerk.

In den acht Jahren, die Alfons Luger diesen Beruf ausübte, lernte er dieses Handwerk sehr gründlich. Die gute Ausbildung war auch der Grundstein für den künftigen Künstler. Im Jahre 1892 arbeitete Luger als Malergeselle in Ulm und Stuttgart, wo er im Winter die städtische Malschule besuchte. Im Herbst 1894 reiste er nach Wien, wo er sich als Schüler Brächlers eifrig mit dem Zeichnen beschäftigte. Nachfolgend unterrichtete ihn Ludwig Kandler in München.

Unterschiedliche Arbeiten

Veranlasst durch den Maler Josef Berchtold aus Götzis ließ er sich 1896 bei Professor Walter Thor, einem der ersten Bildnismaler Münchens, weiter ausbilden. Als Achtundzwanzigjähriger legte er die Aufnahmeprüfung für die Akademie ab und wurde Schüler des vornehmen und feinen Griechen Nikolaus Gysis. Später lernte er bei Professor Feuerstein an der Zeichenschule und besuchte die Malschule bei Professor Löffitz. Nach Abschluss der Akademie sollte ihn eine Studienreise nach Italien führen, doch daheim in Dornbirn gab es viel Arbeit und so blieb der Plan unausgeführt.

In den Jahren 1900 bis 1910 war Alfons Luger bei seinem Bruder Engelbert als Maler tätig; so hat er mit Josef Berchtold die Kirche in Ebnit gemalt, die Chorbögen der Kirchen in Fraxern und Sulz, in Mittelberg im Kleinen Walsertal, ferner in Doren und in Lustenau. Daneben hat Luger vor allem Landschaftsbilder gemalt. Er holte sich seine Motive in der Landschaft, mit der er aufs engste verwachsen war. Seine großen Vorbilder waren der Spanier Velasquez und Claude Monet, die man als Vorläufer des Impressionismus bezeichnen kann.

Die Pinselburg

„Auf dem Kellenbühel am Wege nach Watzenegg in herrlicher Lage“ hatte sich Luger im Jahre 1904 ein Haus mit Malerwerkstätte gebaut. Ein turmartiger Bau, der sich von den übrigen Wohnhäusern unterschied, brachte ihm den Namen „Pinselburg“ ein. Von diesem Turm aus blickte der Maler hinab zum Bodensee und über das Rheintal hinüber zu den Schweizer Bergen der Kantone St. Gallen, Appenzell und Graubünden, hinaus ins Schwabenland und hinauf zum Bergzug, der sich zwischen dem Rheintal und dem Bregenzerwald erhebt. „Dornbirn lag zu seinen Füßen“, schreibt Herbert Amrhein im Dornbirner Heimatbuch.

Lange Lehrtätigkeit

Im Jahr 1908 wurde Alfons Luger an der Gewerbeschule in Bregenz zum Lehrer ernannt. Hier hatte er Gelegenheit, junge Talente zu fördern, die später Kunstschulen besuchten. Nicht wenige von ihnen haben sich erfolgreich als Kunstschaffende einen Namen gemacht. Bildhauer wie Franz Plunder und Gehrer, die Maler Eugen Jussel und Karl Schwärzler sollen hier stellvertretend erwähnt werden.

1932 trat Professor Alfons Luger nach 24-jähriger Lehrtätigkeit in den Ruhestand. Nur wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkrieges verstarb er am 14. Juni 1945 in Dornbirn. BET

Maler Alfons Luger in einem Selbstporträt.
Maler Alfons Luger in einem Selbstporträt.